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Leserbrief

S-Bahn – Realität

Herbert Elkuch, Komitee S-Bahn Nein | 27. August 2020

Derzeit zirkuliert eine Karte mit den Bahnlinien im Rheintal. Eingefügt ist ein Text «Dringend: Anschluss an die S-Bahnnetze CH und AT». Fakt ist:
1. Die beiden Eisenbahnen von Österreich und der Schweiz sind seit 150 Jahren miteinander verbunden.
2. Seit 150 Jahren besitzt die ÖBB 161 000 Quadratmeter Grund in Liechtenstein, ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Betriebsgelände für die Abwicklung des Personen- und Güterfernverkehrs durch Liechtenstein.
3. Seit 20 Jahren verbindet eine S-Bahn mit 18 Fahrten in den relevanten Morgen- und Abendstunden das S-Bahnnetz von Vorarlberg mit dem der Ostschweiz.
4. Die bestehende S-Bahn hat genügend Kapazität, pro Werktag nutzen von der Schweiz nach Liechtenstein nur 173 Fahrgäste das S-Bahnangebot (ÖBB-Fahrgastzählung 2018).
5. Firmen und Gemeinden bauen Parkhäuser und geben keine Garantie ab, 4500 Mitarbeiter auf die S-Bahn zu zwingen. Null Garantie.
6. Auf der Strasse überqueren an Werktagen rund 104 000 Motorfahrzeuge die Strasse (Zählung Fa. Besch). Die Engpässe sind die Verkehrsknotenpunkte.
7. Für grenzüberschreitende Fahrten mit dem ÖV wird der Linienbus um ein Vielfaches mehr benutzt als die S-Bahn.
8. Mit der LIEmobil ist Liechtenstein sehr gut mit den Bahnhöfen in Feldkirch, Buchs und Sargans vernetzt.
9. Die LIEmobil fährt in alle Gemeinden und zu den Betrieben sowie in die Naherholungsgebiete Gaflei, Steg und Malbun.
10. Die Strasse ist der Zubringer für die S-Bahn, mit Stau auf den Strassen funktioniert die S-Bahn nicht.
11. Die S-Bahn verbindet innerhalb Liechtensteins zwei Weiler mit einem Dorf und kann nie ein Rückgrat des ÖV werden.
12. Im Binnenverkehr wird die S-Bahn unbedeutend bleiben und für Grenzgänger ist die Fahrtzeit meist zu lange.
13. Anstatt einen weiteren S-Bahn-Betreiber zwischen beiden bestehenden S-Bahnnetzen CH und AT zu schieben, ist es effizienter, die beiden S-Bahnnetze miteinander zu verschmelzen, damit lange Linien entstehen, ohne dauernde Zeitverluste durch Umsteigen auf einen anderen ÖV-Anbieter.
14. Vieles ist unklar, Verkehrslösung Schaan, Verfassungskonformität im Ausnahmezustand nach Art. 10 und 92 der Landesverfassung, usw.
Das Komitee S-Bahn Nein setzt sich für die Stärkung des öffentlichen Verkehrs ein. Ein erstes Ziel ist eine kostenlose Benutzung der Linienbusse für Jugendliche bis 25 Jahre und Pensionisten. In Luxemburg sind die öffentlichen Verkehrsmittel für alle kostenlos. Wir wollen für Liechtensteiner und Grenzgänger die freie Wahl der Verkehrsmittel beibehalten. Zum vorliegenden Projekt Nein.


Herbert Elkuch,
Komitee S-Bahn Nein

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