Leserbrief

Wildkorridor Nendeln – An den VCL

Bruno Foser, Schwefelstrasse 35, Vaduz | 26. August 2020

Durch die höhere Zugsfrequenz von knapp 50 Prozent bei Annahme der S-Bahn hat das Wild beim wichtigsten Wildkorridor für unser Land in Nendeln nur noch die Hälfte Zeit, um über das Bahngleis zu kommen. Zusätzlich wird es durch einen Radweg, der 2013 vom Schaaner Gemeinderat einstimmig abgelehnt wurde und jetzt wieder voll im Konzept eingeplant ist, zusätzlich gestört und behindert. Wildbrücke oder Unterführung ist keine geplant, somit keine in den Kosten berücksichtigt. Am Montag, den 17. August, an der Verkehrskonzept-Besprechung der Unterländer Gemeinden und Schaan in Eschen, haben sich Regierung und Vorsteher gleichzeitig widersprochen. Ich will niemandem das Wort Lüge unterstellen, aber das richtige Wort wäre es in der Zwischenzeit. Durch die geplante Unterführungs-Spange in Nendeln werden dem Wild ebenfalls durch 4 bis 7 Meter hohe Stützmauern alle Wege abgeschnitten. Dies in dem wichtigsten Kernlebensraum für unser heimisches Wild. Wild hat man zwar jedes Jahr gerne auf der Speisekarte, aber Lebensraum will man den Tieren keinen lassen, auf keinen Fall. Das sind keine «Stürzahler» sagte ein Unterländer an diesem Montag, somit bedarf es keines Schutzes, für unsere Natur und Wildtiere. Hauptsache Radwege und eine S-Bahn? Kommen da Steuern? Nein, die Österreicher bezahlen mit einem ÖBB-Abo keinen Cent bei der S-Bahn-Benutzung. Wenn ich auf der Homepage des VCL lese, besser stramme Waden, statt grosse Wagen, frage ich mich, was dieser Verein mit dem FL-Verkehr zu tun hat? Autos, Natur und Wildtiere sind ein rotes Tuch. Habe mich jetzt als Mitglied des VCL angemeldet, aber der Vorstand entscheidet über meine Aufnahme. Sonderbarer Verein? Gerne bin ich ein Gegenpol, gegenüber der Fahrrad- und S-Bahn-Lobby. Zum Verkehr zähle ich alle Verkehrsteilnehmer und will trotzdem die Natur möglichst gut schützen. Die Aufnahme in den Verein würde mich freuen, damit ich mich positiv für den Rest der Verkehrsteilnehmer einbringen kann. Eine Person, die mehr rechts als links steht, tut diesem Verein gut. Wenn mir ein VCL-Präsident vor versammelter Runde sagt, dass er maximal drei bis vier Parzellen für die Erschliessung des Oberlandes mit einer S-Bahn benötigt, mich auf eine Konzeptstudie mit Fakten verweist (auf ihrer Homepage) und ich dann (dort) nichts ausser Mutmassungen und nichts Konkretes finde, ist das bedenklich. Lieber VCL, ich befasse mich mit beiden Seiten, somit gibt es nur ein Nein für die S-Bahn Liechtenstein.


Bruno Foser, Schwefelstrasse 35, Vaduz

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