Leserbrief

Respekt

Valerie Nigg, Feldstrasse 72, Triesen | 22. August 2020

Mit Regierungschefkandidatin Sabine Monauni hat die FBP wohl eine der bestqualifiziertesten Personen aufgestellt, die sich je für dieses Amt zur Verfügung gestellt hat. Beim Lesen Ihres Interviews im «Volksblatt» vom 20. August traute ich – milde ausgedrückt – meinen Augen nicht. Exemplarisch möchte ich drei der ersten sechs Fragen hervorheben. In der ersten Frage gleich festzustellen, dass ihr Name so gar nicht liechtensteinisch ist, kann man sich an der Grenze des Zumutbaren ja noch gefallen lassen. Bei der vierten Frage ging es darum, ob denn das zeitintensive Regierungsamt überhaupt drin liege mit zwei Kindern im Primarschulalter. Sie können mich gerne eines Besseren belehren, aber ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, dass diese Frage jemals einem Mann gestellt wurde. Die Frage tut ohnehin bei keinem der Geschlechter etwas zur Sache, da das eine familieninterne Angelegenheit ist, welche die Öffentlichkeit nicht zu interessieren hat. Der Höhepunkt war mit der sechsten Frage erreicht. Ob denn ihre Qualifikationen oder ihr weibliches Geschlecht zur Nomination ausschlaggebend waren. Es ist mir schleierhaft, wie man sich traut, eine Person mit dem Lebenslauf von Frau Monauni diese Frage zu stellen. Ich möchte hiermit wirklich niemanden persönlich angreifen. Aber als junge Frau würde ich mich einfach sehr darüber freuen, wenn Sie in ihrer journalistischen Tätigkeit der Gleichheit der Geschlechter etwas mehr Respekt zollen würden.

Valerie Nigg, Feldstrasse 72, Triesen

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