Leserbrief

Die S-Bahn wird nicht angenommen

Silvio Bühler, Gruabastrasse 14, Triesenberg | 30. Juli 2020

Das beweisen die erhobenen Zahlen an Fahrgästen eindeutig, klipp und klar. Da will man uns doch tatsächlich «verklickern», dass mit mehr Zügen auch mehr Menschen diese Bahn nutzen würden. Schon die bestehende Bahn wird von den Pendlern seit vielen Jahren nicht angenommen. Verständlich, denn welcher Grenzgänger/-in will morgens eine Stunde (oder mehr) früher aufstehen, um dann mit Bus-Bahn nach Feldkirch zu gelangen. Dort dieses (ein weiteres) liechtensteinisches Statussymbol namens S-Bahn besteigen, um dann anschliessend mit dem Bus und zu Fuss, an die Arbeitsstelle zu gelangen. Für den Heimweg, dasselbe Spiel nochmals.
Staus gibt es fast überall in und um Agglomerationen. Selbst dort wo S-Bahnen - Züge - Busse und Strassenbahnen im Minutentakt verkehren.
Wer Auto fährt, muss immer mit Stau rechnen. Bei uns sehr wenig, anderswo viel mehr. Wir würden der ÖBB ein Geschenk machen, nicht diese uns! Die ÖBB will/braucht den Ausbau für den Fern-und Güterverkehr. Für 48 S-Bahnzüge ist gar kein Bedarf da. Als zum Beispiel in Malbun Vierer- und Sechser-Sesselbahnen gebaut wurden, war ein Bedürfnis vorhanden, die Gäste mussten am Lift nicht mehr anstehen. Als beispielsweise das immer sehr gut besuchte Schwimmbad Mühleholz erweitert wurde, war dieses Bedürfnis da.
Und nun wollen uns doch tatsächlich die IG Mobiles Liechtenstein und die Regierung weiss machen, dass sich von jetzt 607 Einpendlern (Montag bis Freitag), durch mehr Verbindungen die Anzahl der Bahnnutzer auf 4000 bis 5000 täglich steigern würde! Das könnt ihr solchen erzählen, «welche Heu fressen». Vermutlich würden diese nicht mit «JJ-AA» antworten.
Es würden noch mehr leere Züge hin und her fahren. Der Vorsitzende dieser IG ist auch CEO bei einem grossen Unternehmen, das bekanntlich im Tiefbau massiv stärker Fuss fassen will. Zufall? Denn nur mit mehr Geleise legen, wäre der S-Bahnbau für uns noch lange nicht vollendet. Das Ganze erinnert stark an den Kauf der Gasbusse. Dazumal wussten schon bei der Probefahrt auf dem Testgelände der Firma MAN alle Teilnehmenden (inklusive VCL), dass ein solcher Bus niemals beladen einen steileren Hügel hochkommen wird. Trotzdem wurden diese Busse gekauft. Warum wohl? Vielleicht wegen dem feinen Abendessen, wohl kaum? Warum, oder wie oft würden Sie persönlich diese Bahn benutzen? Wo sehen Sie für sich und Ihre Familie einen solchen Vorteil, welcher (nur vorerst) Investitionen von 71 Millionen rechtfertigt? Die Einpendler sehen offensichtlich keinen, auch kein Bedürfnis. S-Bahn Nein, mit oder ohne «Enkeltrick».

Silvio Bühler, Gruabastrasse 14, Triesenberg

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