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Leserbrief

Bahnklappe halten

Martin Büchel, Poliweg 6, Ruggell | 29. Juli 2020

Um es gleich zu sagen: Die S-Bahn mit einem Halbstundentakt von früh bis spät können wir schon morgen in Betrieb nehmen, falls notwendig. Zum Kreuzen des Zügleins Buchs-Feldkirch genügt, falls überhaupt erforderlich, das zweite Gleis in Nendeln vollauf. Ein- und Aussteigen kann man auch, wenn der Bahnsteig schon etwas älter ist und das Fahrrad kann man in den Holzschöpfen unterstellen, oder man kauft einen überdachten Fahrradständer. Der kostet für zehn Räder 2900 Franken. Sollten dann tatsächlich die Pendler in Scharen zu den Haltestellen strömen, kann man immer noch den Perron überdachen und verlängern und noch einen Ständer kaufen. Tatsächlich aber ist so ein Betrieb nicht möglich, weil unser Züglein würde mit dem Railjet, dem Orientexpress und den langen Güterzügen und was sonst noch von Ost nach West und umgekehrt rollt, kollidieren. Damit wird deutlich, dass wir den Bahnausbau nicht für unsere S-Bahn, sondern einzig und alleine für die ÖBB machen würden. Ein Unsinn der ganz grossen Extraklasse. Und da sagen unsere Politiker rotzfrech, dass wir unbedingt zugreifen müssen, weil das bekämen wir nie mehr so billig. Rülps! Tatsachen und transparente Politik? «Es kasch veressa», wie der Berliner sagen würde, denn: die ÖBB sind an der Strecke nach Buchs für ihren Fernverkehr sehr interessiert. Über St. Gallen ist schlecht, weil dort hinauf ist es steil und man braucht für lange Züge eine Schublok. Buchs ist wegen der Schleife auch schlecht, weil man die Lok umhängen muss, weshalb eine Nordeinfahrt nach Buchs das langfristige Ziel der ÖBB ist. Von Feldkirch nach dem Ardetzenberg schräg durchs Riet in die Schweiz nach Buchs wäre am allerbesten, aber das bekommen die genauso wenig durchgeboxt wie die Autobahnverbindung. Die Österreicher Grünen sind sehr stark. Stärker wie die dummen Liechtensteiner bestimmt, die ihren raren Boden für den Österreichischen Fern- und Güterverkehr auch noch verschenken würden. Der Vertrag mit der Schweiz, der die Strecke ab der Eisenbahnbrücke nach Buchs regelt, ist abgelaufen. Der Vertrag mit Österreich ist auch abgelaufen und wird erst nach der Abstimmung, wenn überhaupt, neu behandelt. Es ist leider traurige Wahrheit, dass die Regierung sehr einseitig und sehr dürftig informiert und immer nur das blöde und unausgereifte Mobilitätskonzept vorschiebt. Nachteile und Risiken werden uns bewusst vorenthalten. Wir sollen dumm und debil an der Urne einfach ein Ja einwerfen und gefälligst den Latz halten.

Martin Büchel, Poliweg 6, Ruggell

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