Leserbrief

«Lasst uns in Ruhe!»

Georg Willi, Ornithologe, Tierschutzverein Liechtenstein | 27. Juli 2020

Momentan werden wieder beinahe alltäglich fast flügge Jungvögel im Tierheim abgegeben, sogenannte Ästlinge, die noch nicht fliegen können, sich aber bereits ausserhalb des Nestes aufhalten, da dieses zu eng geworden ist. Was gut gemeint ist, entpuppt sich als Bärendienst für diese Jungen, ja grenzt an Tierquälerei und ist gemäss Naturschutzgesetz gar strafbar, da es verboten ist, wildlebende Tiere unnötig zu fangen. Denn diese Jungvögel werden nach wie vor von den Altvögeln versorgt, auch wenn man diese nicht sieht. Zudem ist es äusserst schwierig, für diese Jungvögel die richtige Nahrung zu finden. Ernährungsschwierigkeiten, Stress und Fehlverhalten der Jungen bei der Freilassung führen für die meisten dieser Geschöpfe zum Tod. Deshalb Hände weg von Jungvögeln, auch wenn das eine oder andere einer Katze zum Opfer fällt, allenfalls kann man den Jungvogel in einem nahen Gebüsch auf einen Ast setzen.

Georg Willi, Ornithologe,
Tierschutzverein Liechtenstein

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