Leserbrief

Durchgehende Doppelspur ohne Weichen

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 24. Juli 2020

Zugunglück am 3. Juli 2020 in Realp. Ein von Realp herkommender Regionalzug kollidierte im Umfahrungstunnel auf der Einfahrtweiche mit einem entgegengesetzt kommenden Zug, der Auto transportierte. Die Lokalzeitungen schreiben: «Mehrere Verletzte, die mit Krankenwagen und Heli in das Spital transportiert werden mussten.»
Praktisch bei allen Zugskollisionen sind Weichen die eigentliche Unfallursache. Die Gleisreduzierung in Nendeln, vom doppelgleisigen auf die eingleisige Strecke bis Buchs wird immer ein Gefahrenherd sein, wenn das S-Bahn-Projekt gemäss dem vorgelegten Abstimmungs-S-Bahn-Projekt mit etlichen notwendigen Weichen realisiert wird.
Über einen anderen Bahnzusammenstoss in Andermatt vor rund drei Jahren, berichteten die Lokalzeitungen wie folgt: «Es war eines der grössten Rettungsaufgebote, welche das Urserntal wohl je gesehen hat: 4 Helikopter und 13 Ambulanzfahrzeuge waren am 11. September vor Ort, um insgesamt 35 Verletzte eines Zugunfalls zu versorgen. Nun ist klar: Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dass die verantwortlichen Personen geltende Sicherheitsvorgaben nicht eingehalten haben.»
Wir hätten im Land wohl etliche Helikopter um Schwerstverletzte in die umliegenden Spitäler zu fliegen, aber zu wenig Ambulanzfahrzeuge für die Versorgung vielleicht vieler leicht- und mittelschwerverletzten Patienten. Da wären wir massiv auf die Hilfe aus St. Gallen und Graubünden sowie Vorarlberg angewiesen, zudem noch auf die Schweizerische Rettungsflugwacht.
Irgendwie ist es unverständlich, warum man keine durchgehende Doppelspur ohne Weichen von Feldkirch bis Buchs realisieren will, um die Sicherheit der Bahnreisenden und Anwohner zu maximieren. Die ständig wiederholenden Zeitungsberichte über Zugzusammenstösse, verursacht durch Weichen, hätten eigentlich schon lange als Anstoss dienen sollen, um ein durchgehendes Doppelspur-Projekt zwischen Buchs und Feldkirch auszuarbeiten. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungstelle SUST (https://www.sust.admin.ch/de/sust-startseite/) orientiert laufend über Bahnunfälle und Zugzusammenstösse. Das sind keine Jahrhunderteinzelereignisse. Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, dass entlang der Bahntrasse die Weichen systematisch entfernt werden. Laufend werden einspurige Strecken auf Doppelspur erweitert, damit sich die Sicherheiten für die Bahnpassagiere und Anwohner zusätzlich verbessert, siehe die St. Galler Rheintalstrecke. Bezüglich auflaufenden Kosten wird zudem auf eine bessere Fahrplangestaltung verwiesen.
In der Aviatik zählt für alle Flugzeugkategorien nur der allerhöchste Sicherheitsstandard. Solches sollten unsere Politiker für die Eisenbahnen durch Liechtenstein bereits vor Planungsbeginn fordern. Im Zusammenhang mit der S-Bahn von Feldkirch nach Buchs wäre dies folglich eine doppelgleisiges Eisenbahntrasse ohne Weichen und ohne jegliche niveaugleichen Bahn-Strassen-Kreuzungen beziehungsweise keine Barrieren mehr.


Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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