Leserbrief

Befürworter verschweigen wesentliche Fakten

Herbert Elkuch, Komitee «S-Bahn NEIN» | 23. Juli 2020

In den oberen Etagen liegen Pläne vor, die dem Stimmbürger weitgehend unbekannt sind und bisher von den S-Bahn-Befürwortern verschwiegen wurden. Zur Vereinfachung des internationalen Verkehrs und zur Fahrtzeitverkürzung sind Konzepte für eine Realisierung einer Bahnschleife in Buchs vorhanden. Sowohl im Richtplan des Kantons St. Gallen wie auch im Landesrichtplan von Liechtenstein ist die Nordschleife Buchs enthalten. Im Infrastruktur-Strategie-Papier der ÖBB, «Zielnetz 2025+» unter «Anforderungen auf internationale Verbindungen»: Für die Erreichung der angestrebten Fahrzeiten sind auch auf den ausländischen Streckenabschnitten zusätzliche, Fahrzeit verkürzende, Massnahmen erforderlich. Als erste von vielen Massnahmen ist aufgeführt: «Feldkirch – Zürich: Errichtung der Schleife Buchs.» In den oberen Etagen der Schweiz, Österreichs und Liechtensteins ist also bereits vorgezeichnet, wie und wo die Eisenbahn in Zukunft unser Land durchqueren soll, nämlich nördlich von Schaan durchs Schaaner Riet (sogenannte Nordumfahrung). Dadurch entsteht eine schnelle Verbindung von Sargans kommend über Buchs, via Schaaner Riet nach Feldkirch, ohne den heute notwendigen Fahrtrichtungswechsel in Buchs. Es entfällt damit der teilweise zeitaufwendige Wechsel der Lokomotive. Das macht den Zug schneller und spart Kosten. Auf dem Landesrichtplan, der auf der Internetseite der LGU einsehbar ist, ist die Schleife bereits eingezeichnet. Die angedachte Eisenbahnlinie, von Nendeln kommend, beginnt ein Stück unterhalb der Hilti AG mit einer weiten Rechtskurve, zieht nördlich der Hilcona vorbei in Richtung Schweiz und mündet dort in einer Linkskurve in die Bahnlinie Haag-Buchs ein. Das ist eher die enkeltaugliche Zukunft, weil nur mit schnellen internationalen Bahnverbindungen Flugzeuge im innereuropäischen Verkehr überflüssig werden. Die ÖBB hat bekanntlich Hochgeschwindigkeitszüge schon im Betrieb. Mitten im Prozess der Neugestaltung der 150-jährigen Linienführung Wien-Zürich findet eine Volksabstimmung statt. Über eine Streckenführung, die im internationalen Eisenbahnnetz jedoch bald Vergangenheit sein kann! Mit einem Nein zur S-Bahn werden Fehlinvestitionen vermieden. Anstatt in einen voreiligen Schnellschuss können die 71,3 Millionen in effizientere und nachhaltigere Mobilitätsprojekte investiert werden.

Herbert Elkuch, Komitee «S-Bahn NEIN»

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