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Leserbrief

Viele Fragen sind noch unbeantwortet

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg | 22. Juli 2020

In einem anderen Zusammenhang haben wir letzthin in einer der Landeszeitungen folgendes gelesen: «Man dürfe nicht nur Absichtserklärungen abgeben, sondern müsse konkret handeln.» Dieser Satz sollte auch für das Mobilitätskonzept verbindlich sein. Für die Abstimmung zur S-Bahn beziehungsweise zu deren Realisierung sind für die Stimmberechtigten noch einige Fragen offen.
Was passiert mit der Bahnstrecke durch unser Land, sollte die Abstimmung negativ ausfallen? Wird der seit 2017 ausgelaufene Vertrag mit der ÖBB wieder auf Jahrhunderte verlängert? Wie viele Jahre noch rauschen die mit Gefahrengut beladenen Güterzüge durch Schaan? Haben in diesem Zusammenhang auch schon Verhandlungen stattgefunden, oder wurde nur über die S-Bahn verhandelt? Wo stehen die Verhandlungen mit der SBB und Buchs über die Nordeinfahrt der Bahnstrecke nach Buchs, die schon seit 2002 im Landesrichtplan aufscheint? Warum werden die Grundstücke, die für die S-Bahn noch erworben werden müssen, ins Eigentum der ÖBB übertragen? Wieso werden diese nicht im Baurecht abgegeben? Werden die Strassenbaumassnahmen wieder in den Amtsschubladen verschimmeln?
Die IG Mobiles Liechtenstein, deren Mitglieder die meistens aus ehemaligen Landes- und Gemeindepolitikern bestehen, unterstützen vorbehaltlos die S-Bahn. Gerade sie sollten wissen, dass es, um die Verkehrsproblematik im Land zu verbessern, mehr als die S-Bahn braucht. Was haben diese Politiker die vergangenen Jahrzehnte unternommen, um den vor allem hausgemachten Verkehr zu verbessern?
Einige von ihnen haben in Regierung oder Landtag Einsitz genommen. Andere sind im Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein tätig gewesen.
Was wurde realisiert? Gemäss Pressemitteilungen soll der grösste Teil der Mittel in den Fuss- und Veloverkehr fliessen. Dieser wurde in den vergangenen Jahren dank dem Agglomerationsverein und der Unterstützung des VCL sowie der LGU massiv ausgebaut.
Wo bleibt aber der Strassenverkehr (Bus und Privatauto)? Dieser wurde und wird auch in Zukunft von den oben genannten Organisationen torpediert. Hier helfen auch die Beteuerungen der Politiker, dass sich dies demnächst ändern soll, nichts.
Eine nicht repräsentative Umfrage vom Januar 2020 ergab, dass 70 Prozent der Befragten kein oder nur geringes Vertrauen in die Politik in Liechtenstein haben.
Der Grossteil der in IG engagierten Politiker getraute sich in ihrer aktiven Politikkarriere, wegen möglicher Stimmenverluste nicht, sich für den Strassenverkehr einzusetzen.
Anlässlich der Informationsversammlungen zur S-Bahn in den Gemeinden wurde wiederholt die Frage nach Gratis-Bussfahrten und kostenlosen Wochenendabos für die Schüler und Lehrlinge als Zeichen an die einheimische Bevölkerung aufgeworfen. Die Antwort lautete, wir verteilen für die Abstimmung keine «Zückerli».
Somit bleibt für die S-Bahn nur die leise Hoffnung, dass die Abstimmung am 30. August nicht «versalzen» wird.

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg

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