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Leserbrief

Eine Wahrheit, die nicht mehr überprüfbar ist?

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 16. Juli 2020

Auf Seite 9 Inlandsteil des «Volksblatts» vom 15. Juli müht sich David Sele unter dem Titel: «Vorwürfe erweisen sich als haltlos: Violanda Lanter sagt die Wahrheit» recht wacker, Frau Lanter unter die Arme zu greifen. Es dünkt, er hat mit ÖBB- Pressesprecher Gasser-Mair getuschelt, und die Herren Presseleute sind dann zum Ergebnis gekommen, dass sich die Aussage von Frau Lanter zwar nicht mehr überprüfen lasse, aber dennoch der Wahrheit entspräche. So geht es natürlich auch im Staate Dänemark. So hätten die ÖBB bestätigt, dass der RJX162 in Buchs 4 und in Zürich dann schon 7 Minuten zu spät dran war. Demnach gehen also auf das Konto von dem «schönen» Nendler Bahnhof, wie der Zugsprecher dieses alte, jämmerlich verdreckte Klump, das die ÖBB seit Jahrzehnten rücksichtslos dem Zerfall überlassen, genannt haben soll, lediglich vier Minuten, die nun aber als ungeöffnete Büchse der Pandora im Raum stehen. Noch ahnt Frau Lanter nicht, dass sie sich mit ihrem lustigen Leserbrief selber ein Ei gelegt hat; aber gleich. Denn wenn man die Büchse öffnet, entschleichen ihr die Fragen: Warum musste RJX 162 in Nendeln warten? War er schon zu spät von Budapest kommend? Hatte er ein technisches Problem? Hatte ein Fahrgast die Notbremse gezogen, weil er noch auf den hohen Kasten schauen wollte? Hatte der Lokführer einen «Dampf», oder gar Durchfall wegen Corona? Oder musste er warten, weil ein anderer unplanmässiger Zug, zum Beispiel ein überlanger Güterzug, ihm den Weg versperrte? Das Züglein Feldkirch Buchs scheidet als Übeltäter aus, denn das erscheint in Nendeln pünktlich wie ein Uhrmacher. Spätestens hier wird auch dem Dümmsten klar, dass ein Ausbau auf zwei Spuren einzig den Interessen der ÖBB dienen wird und wir das Ganze auch noch bezahlen sollen. Eine Sache, die im Gegensatz zu der lustigen Geschichte von Frau Lanter überprüfbar ist. Im Übrigen nützt auch ein Ausbau auf zwei Spuren von Schaanwald bis Tisis einen Dreck, wenn der RJX 162 sagenhafte vier Minuten zu spät kommt. Warten muss er, wenn ihm ein Güterzug oder ein anderer Fernzug, der in Buchs pünktlich abfährt, entgegenrollt. Ob er das dann im schönen Bahnhof Nendeln oder auf der neuen zweiten Spur machen muss, ist eigentlich gehupft wie gesprungen. Nur das Warten in Nendeln wäre halt um 72 Millionen Franken günstiger für uns.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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