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Leserbrief

Ein deutliches Nein zu dieser Vorlage

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen | 3. Juli 2020

Die Realisierung des Projekts S-Bahn Liechtenstein bedingt Boden von vielen privaten Eigentümern. Es braucht 192 Grundstücke mit 46 285 Quadratmetern (m2). Die Verhandlungsbereitschaft der Regierung: bis knapp 560 Franken pro m2 Boden.
Bei 10 Eigentümern konnte keine Lösung erzielt werden. Es wird mit Enteignung gedroht. Warum müssen die Grundstücke nach Erwerb und Enteignung an die ÖBB verkauft werden? Soll der Staat Liechten­steiner enteignen, um Boden an ausländische Firmen zu verkaufen?
Ohne Parkplätze und neue Strassen geht’s auch bei der S-Bahn nicht. Eine 370 Meter lange diagonale Schneise soll in das Nendler Riet ­geschlagen werden. Diese Umfahrungsstrasse verbindet neu die Rhein- mit der Feldkircher-Strasse.
75 Parkplätze plus Erschliessungsstrassen sollen die neuen Haltestellen bequem bedienen. Die Distanz zwischen Parkplatz Haltestelle Schaan­wald und Nendeln ist gerade mal 1240 Meter, also knappe 15 Gehminuten. Die Bauten für Bahnbenutzer, Dächer und Unterführungen an den Haltstellen inklusive ­Hilti-Stopp werden mit 24 000 000 Franken voranschlagt, knapp 30 Prozent der Gesamtinvestition. Mit dieser Strategie will man es dem Pendler bequem machen fürs Umsteigen auf die S-Bahn.
Der von der Regierung als Erfolg ­ausverhandelte neue Halt des Railjet in Nendeln ist nicht sicher, nutzt, wenn, nur den Anwohnern an der neuen Haltestelle nördlich der ­Rheinstras­se. Liechtensteiner Reisende fahren heute schnell und bequem mit den LIEmobil-Bussen ab Schaan direkt nach Buchs Bahnhof oder südwärts ab Vaduz nach Sargans. Viele Unterländer benutzen den Bus direkt nach Feldkirch. Kaum vorzustellen, warum sich daran was ändern soll. Klar, wenn es viele neue Parkplätze in Nendeln gibt, werden einige neu auch mit dem Auto bis nach Nendeln fahren, um dort komfortabel zu parken und einzusteigen. Diese Passagiere sind aber teuer erkauft, um Statistiken zu schönen. Wir brauchen moderne nachhaltige Mobilitätssysteme, denn diese gibt es, darum ein deutliches Nein zu dieser Vorlage.

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen

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