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Leserbrief

S-Bahn – unfertige Gesamtplanung – weitere Kosten

Herbert Elkuch, Mitglied des S-Bahn Gegenkomitees | 2. Juli 2020

Die Befürworter glauben, mit der S-Bahn ein enkeltaugliches Verkehrskonzept umzusetzen. Tatsächlich ist der wahre Nutzen klein, dafür aber sind die Kosten hoch. Es werden Kosten in der Höhe von 71,3 Mio. Franken mit 2 Mio. Franken jährlichen Folgekosten angeführt. Wesentliche Kostenfaktoren, wie die beiden Unterführungen in Schaan, sind darin nicht enthalten. Werden die heute 18 Fahrten der S-Bahn auf einen Halbstundentakt verdichtet, wird die häufige Stras­sensperrung durch Bahnschranken in Schaan zum Problem, das vorher gelöst werden sollte. Die S-Bahn-Gesamtkosten können aufgrund der Komplexität in Schaan wohl 120 Mio. Franken übersteigen. Im Endausbau soll in den relevanten Morgen- und Abendstunden die S-Bahn im Viertelstundentakt verkehren. Dann kommt zwingend eine Über- oder Unterführung beim Industriezubringer mit weiteren Kosten in Millionenhöhe dazu.
Möglich wäre ja auch die Verlängerung des Industriezubringers nördlich von Schaan Richtung Autobahn. Möglich wäre auch das Anfang der 1970er-Jahre in Betracht gezogene Konzept, die Trasse der Eisenbahn nördlich von Schaan zu verlegen. Die allen bestens bekannte Verkehrsproblematik in Schaan muss vor dem Bau der S-Bahn gelöst sein oder zumindest müssen Lösungsansätze mit Grobschätzung der Kosten vorliegen. Nein zu einer Katze im Sack. Überall in der Region werden niveaugleiche Bahnübergänge mit Schranken aufgelöst. Vermutlich würde, unabhängig der S-Bahn, die Eliminierung der Schranken sich volkswirtschaftlich rechnen. Es ist jedoch ein «Tunneldenken S-Bahn» vorhanden.
Bei einem S-Bahnausbau behindern die Lobbyisten den Strassenverkehr wohl noch viele Jahre, mit der Begründung, zuerst müsse die mögliche Verkehrsentlastung nach Fertigstellung der Bahn abgewartet werden. Mit Stauerzeugung durch Schranken aufgezwungene und sinnlose Stillstandzeiten für Gewerbe-, Industrie- und Transportunternehmen gehen der Volkswirtschaft weitere Millionen verloren. Die Kosten trägt der Endverbraucher. Ganz zu schweigen vom hohen Treibstoffverbrauch, der sich bei Stau einstellt und die Umwelt schädigt und im Weiteren den Linienverkehr mit Bus abwertet. Vor dem Bau der S-Bahn ist das Verkehrsproblem auf der Strasse zu lösen und zwar so, dass sich eine S-Bahn integrieren lässt, ohne noch mehr Staus auszulösen. Zuerst die anstehenden Probleme lösen, den Enkeln keine Fixkosten aufladen, damit sie moderne, ihrer Zeit entsprechend Verkehrskonzepte umsetzen können. Mit Nein geht das unbrauchbare Projekt zurück an den Absender.

Herbert Elkuch,
Mitglied des S-Bahn Gegenkomitees

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