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Leserbrief

Ja, und was ist nun wahr?

Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg | 2. Juli 2020

Angesprochen auf das Projekt Dorfzentrumsentwicklung entgegnet der Triesenberger Vorsteher im «Vaterland»-Interview vom Mittwoch, dass sich der Abbruch des Museumsgebäudes in diesem Prozess einfach ergeben habe um Verbesserungen zu erreichen. Mir stehen die rund ein Dutzend verbliebenen Haare auf meinem Kopf zu Berge, wenn ich höre, dass der Abbruch unseres Walsermuseums eine Verbesserung mit sich bringen soll. Interessant wäre, was der damalige Vorsteher Alfons Schädler und der Planer Hans-Walter Schädler oder Altgemeinderat und Museumsleiter Josef Eberle dazu denken.
Aber hier geht es gemäss Vorsteher Christoph Beck ja um ein Zukunftsprojekt und wer das ganze Interview liest kommt zum Schluss, dass die Meinung dieser drei Personen und überhaupt die Meinung älterer Leute bei der jetzigen Gemeindevertretung nicht gefragt ist, auch wenn das von ihr noch so schön geredet wird. Dazu passt dann auch noch, dass zu gegebener Zeit allenfalls eine Gemeindeversammlung im Saal ins Auge gefasst wird. Damit wird es dann älteren, gebrechliche Leuten endgültig verunmöglicht, ihre Meinung kundzutun.
Christoph Beck sagt weiter: «Klar sind die Gebäude erst 40 Jahre alt, aber die Gebäude des alten Dorfzentrums waren damals auch nicht viel älter, als sie in den 1970er-Jahren abgerissen wurden.» Ende Zitat.
Dazu nur so viel. Was der Vorsteher als «altes Dorfzentrum» bezeichnet waren in den 1970er-Jahren drei damals noch im Privateigentum stehende Wirtshäuser. Im «Dorfspiegel» Nr. 140 vom Sommer 2016, für welchen der Vorsteher verantwortlich zeichnet, ist zur «Geschichte der Gasthäuser im Dorfbezirk» nachzulesen:
• Johannes Schlegel eröffnete im Jahre 1802 die Gaststätte «Zur frohen Hoffnung», das spätere «Kulm». 1872 soll in der «Kulm»-Stube der erste Triesenberger Christbaum aufgestellt worden sein und ab 1898 verfügte das «Kulm» über das erste Telefon am Bärg.
• Das dreigeschossige «Gasthaus zur Alpenrose» prägte unser Dorfzentrum von 1879 bis zum Abbruch im Jahr 1980.
• Die Eröffnung der Gasthäuser «Edelweiss» und «Bären» hängt schliesslich mit der Erstellung der Schlossstrasse im Jahr 1925 zusammen. Beide Gasthäuser wurden im Jahre 1926 eröffnet.
• Heute sind die drei alten Gasthäuser «Kulm», «Alpenrose» und «Bären» aus dem Dorfbild verschwunden. Alle drei wurden – zwecks der Überbauung und Neugestaltung des Dorfzentrums zwischen 1977 und 1980 abgerissen.
Was ist nun wahr, die Aussage im «Dorfspiegel» vom Sommer 2016 oder im Interview vom vergangenen Mittwoch? Bitte nochmals nachrechnen.


Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg

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