Leserbrief

«S-Bahn- Wahlkampf»

Toni Marxer, St.-Martins-Ring 54, Eschen | 25. Juni 2020

Der Titel sagt es. Hoffentlich wird dieser Wahlkampf nicht so einseitig geführt wie bei der Spitalabstimmung. Es geht ums Geld, das haben wir ja sowieso. Aber es geht um sehr viel mehr und ich bin überzeugt, dass dieses Mal die Einwohner, Bürger und die schon länger hier Wohnenden (Merkel) nein sagen werden. Ein mehrheitlicher LT-Beschluss, ohne Projekt, Summe eher aus dem Bauch heraus.
Liechtenstein hat die Rede- und Pressefreiheit, das wird bei jeder Gelegenheit betont, und ich kann mir gut vorstellen, dass sich sehr viele Personen mit Recht aufregen wegen der kurzen Terminfestsetzung. Zwei Monate, und das in den Ferienmonaten Juli und August und in der Pandemiekrise. Eine so kurze Vorlaufzeit in der Ferienzeit könnte von denkenden Menschen tatsächlich als «charakterloser Schachzug» bezeichnet werden. Eine so wichtige «S-Bahn-Wahlkampfabstimmung» braucht eindeutig eine wesentlich längere Vorlaufzeit.
Aber, es ist anzunehmen, dass Teile des Volkes wissen, dass obere Ränge oder ehrenfordernde Ämter nicht zum Nulltarif zu haben sind, es kann zu Situationen kommen, wo gedrängt, gedrückt, gedroht und geschliffen wird. Bei nachdenkenden Personen ist bei mündlicher Frage und mündlicher Antwort der «charakterlose Schachzug» keine seltene Antwort.
Der zweite Punkt: Warum eine zweite Schiene? Im «Vaterland» heisst es «Auftakt zum S-Bahn-Wahlkampf». Ich würde es vorläufig als zum Teil vorgelogenes Gesäusel bezeichnen. Nur als Gesäusel würde ich die sogenannte wirtschaftliche Seite bezeichnen (zentral in Europa, Notwendigkeit usw., welche Gampriner, Schellenberger, Ruggeller, Eschner, Vaduzer, Triesner brauchten die S-Bahn und werden sie auch benutzen? Siehe Leserbriefe). Ich empfinde es als Lug- und Truggesäusel, wenn immer von der «Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder gesäuselt» wird, wenn man etwas will. Diese Verantwortung trägt jeder und jede. Die Verantwortung an entscheidenden Funktionsstellen könnte man als schwindsüchtig bezeichnen. Ich bin der Ansicht, dass sehr viele Ein- wohner die Tatsache erkennen, dass die S-Bahn einem kleineren Teil der Industrie nützen könnte, dass aber mit der S-Bahn unser kleines Ländle in zwei Teile getrennt wird. Dieses A..-Projekt würde uns, «unseren Kindern und Enkelkindern» und weit darüber hinaus einen Sperrriegel zwischen Unterland und Oberland installieren, den wir nie mehr abschaffen könnten, weil die ÖBB die Eigentümerin der Bahn ist, Eigentum ist Macht, und Macht über das eigenständige FL, unser kleines aber schönes Ländle, das möchte ich niemandem zugestehen.

Toni Marxer,
St.-Martins-Ring 54, Eschen

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