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Leserbrief

Die Folgen der Pandemie: Arbeitslosigkeit

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell | 18. Juni 2020

Nachdem die Wirtschaft «an die Wand gefahren» wurde, nimmt die Arbeitslosigkeit zu und mit einem Anstieg wird gerechnet. Per Ende Mai sind 423 Arbeitslose gemeldet, 85 mehr als im Monat März. Offene Stellen 731 seit April. Die Angestellten des Arbeitsamtes (AMS) handeln nach Vorschriften. Arbeitslose (AL) müssen Formulare ausfüllen und Aktivierungskurse besuchen. Insgesamt neun Kurse sind im Angebot; zum Teil bis zu fünf Wochen Dauer. Beginnend mit «Start Up» (fünf Tage) für alle, unabhängig ob Hilfsarbeiter oder Akademiker, mit oder ohne genügende Sprachkenntnisse. Total unlogisch, aber ein Muss! Fehlen darf man nicht, sonst wird das Taggeld gekürzt. Jede und jeder AL muss monatlich zehn Bewerbungen vorweisen, wenn nicht: Einstellung der Taggelder. Das in Zeiten der Pandemie, in der viele Firmen ums Überleben kämpfen und eher Mitarbeiter entlassen, als welche einstellen. Die Gesetze erlauben sogar «Problemarbeitslose» in die Psychiatrie zu überweisen. AL müssen tun, was ihnen gesagt wird. Ist diese Einschüchterungsmethode das Mittel des AMS? Führt sie zum Erfolg? Eher nein. Mit solchen Massnahmen werden AL moralisch und seelisch zermürbt. Das Selbstwertgefühl schwindet, Depressionen folgen. Bürokratie statt Arbeitsvermittlung? So sieht nämlich die Praxis aus. Laut Statistik der AMS, sind 731 Stellen frei, unverändert seit April. Quizfrage: Wie viele von den 731 Stellen wurden vom AMS seit April bis heute vermittelt? Zur Aufgaben der AMS gehören auch die Stellenvermittlung und zwar den Qualifikation der jeweiligen AL entsprechend. Die Praxis zeigt, dass das nicht der Fall ist; passt in das Bild der AMS – Bürokratie! Eine Änderung der Arbeitsweise der Beamten ist notwendig. Sie müssten etwa verpflichtet werden, von den zehn Bewerbungen mindestens fünf Stellen zu vermitteln; Taggelder gestaffelt berechnen, mehr Menschlichkeit statt Kontrolle und Drohungen, sprich: Erlassen von Sanktionen; Prioritäten setzen, usw. Mal ehrlich: Wie viel Bürokraten würden sich einer solcher «Behandlungen» wortlos unterwerfen, falls sie arbeitslos und auf das Geld angewiesen wären?


Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell

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