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Leserbrief

Rassismus für Weltverbesserer

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 13. Juni 2020

Man stelle sich vor, das Opfer von dem Polizeieinsatz mit Todesfolge in den USA wäre kein schwarzer Afroamerikaner, sondern ein Indianer, ein Chinese, ein Japaner, ein Mongole, ein Tamile usw. gewesen. Was wäre dann wohl an Protesten passiert? Nichts und zwar überhaupt gar nichts. Das gibt zu denken und nach den verheerenden Folgen wie Plünderungen und Morden sieht so aus, als wäre hier ein wunderbares Mittel entstanden, beliebig unter dem Deckmantel des Rassismus seinem persönlichen Frust freien Lauf zu lassen, oder seine Wut auf das System auszukosten. Umso besser, wenn sich gerade noch die Gelegenheit bietet, ein Geschäft zu plündern, um sich darin zu bereichern. Der Vorfall in den USA bot auch in Europa die Chance für Linke und Anarchisten, das System anzugreifen und endlich auf Ordnungshüter Steine werfen zu können. Es erstaunt nicht, dass sich Trittbrettfahrer munter auf den Zug schwingen, um noch schnell ihren Drang, sich als Gutmenschen in Szene zu setzen, auszukosten. Auch ein Mathias Ospelt reiht sich nahtlos ein in die Reihen jener Weltverbesserer, die eine grölende Masse brauchen, um an Mut zu gewinnen. Indem er uns eine ellenlange Liste englischer Literatur vorschlägt, welche uns vor der Verleugnung des Rassismus aufklären würde, krönt er sich selbst als Gesinnungsethiker. Nun, Rassismus ist eine ganz natürliche, von der Evolution vorgesehene menschliche Eigenschaft. Wir mögen uns nicht. Der Bayer mag den Preussen nicht, der Österreicher den Piefke, der Flame den Wallonen, der Grieche den Türken, der Serbe den Albaner, der Japaner den Koreaner usw. Die Evolution hat darauf die Antwort, dass wenn ein Volk zusammenhält, die gesellschaftlichen und moralischen Normen stets verfeinert, sich ethisch erfolgreich entwickelt, bessere Chancen hat, die Zeit zu überdauern, als wenn es die Zügel schleifen lässt. Verständlich, wenn ein solch erfolgreiches Volk sich gegen Einflüsse wehrt, welche ihr Fortbestehen gefährden. Zurück zu dem gewalttätigen Polizisten, der dem Opfer so lange auf dem Hals kniete, bis jenes starb. Wir wissen nicht, ob er das aus rassistischen Motiven tat, oder er einfach den starken Mann spielen wollte. Dennoch urteilen wir scharf. Apropos Polizeigewalt? Die gibt es auch bei uns. Erinnern wir uns nur, was Dr. Alois Büchel widerfahren ist. Oder eine Rüpelei in Schaan erzwingt ein Zeitungsfoto, auf welchem zwei schwer bewaffnete Polizisten dem wehrlosen Opfer auf einer Motorhaube die Hände auf den Rücken fesseln.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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