Leserbrief

Schranke zu, auf, zu

Herbert Elkuch, Landtags- abgeordneter der Demokraten pro Liechtenstein (DpL) | 10. Juni 2020

Auszug aus dem Bericht der Regierung Nr. 101/2011: «Die Problematik der Eisenbahnkreuzungen im Zentrum von Schaan wurde schon in einem frühen Projektstadium untersucht. Dabei wurden sowohl stras-senseitige als auch bahnseitige Lösungen geprüft. Die strassenseitige Über- beziehungsweise Unterführung der Bahn an den beiden Übergängen Zollstrasse und im Bretscha (Richtung Bendern) erweist sich aufgrund der Erschliessung, der sich im unmittelbaren Umfeld befindlichen Liegenschaften sowie der Einbindung in die bestehenden Quartierstrassen als problematisch. Zudem ist der Eingriff ins Ortsbild gravierend.»
«Bahnseitig wurde eine Absenkung der Eisenbahn geprüft, sodass der Strassenverkehr im Bestand (ohne Schranken) abgewickelt werden könnte. Das scheitert allerdings an der sich hieraus ergebenden Steigung zwischen dem Kreuzungspunkt Zollstrasse und der Rheinbrücke Schaan-Buchs. Zusätzlich zum bereits vorhandenen Höhenunterschied zwischen diesen beiden Zwangspunkten, im Ausmass von mehr als 16 Meter, müssten weitere 9,70 Meter überwunden werden. Unter Einhaltung der maximalen Steigung, die für die Eisenbahn zulässig wäre, müsste die Strasse im Bereich Zollstrasse um circa 4,40 Meter angehoben werden. (Damit der Zug unter der Strasse durchkommt). Die im unmittelbaren Nahbereich der Eisenbahnkreuzung befindlichen Erschliessungsstrassen sowie Grundstückszufahrten lassen eine derartige Veränderung des Strassenverlaufes jedoch nicht zu.»
Abschliessend schrieb die Regierung in diesem Bericht, dass Unter- und Überführungen im Zentrum nicht weiterverfolgt werden.
Die Abgeordneten erhielten zur Landtagssitzung vom Mai 2020 fünf Baupläne im Massstab 1:1000 zur S-Bahn, erstellt von einer Firma in Wien. Auf dem Plan «Haltestelle Vaduz–Schaan» (heutiger Bahnhof) setzten die Ingenieure in Wien exakt den obigen Bericht der Regierung um: Schranke zu, auf, zu. An der Landtagssitzung sagte Daniel Risch, die Schranke sei maximal 14,5 Minuten pro Stunde zu. Auf beide Bahnübergänge übertragen ist das eine massive Reduktion der Kapazität in diesem Verkehrsknotenpunkt, und Stau ist programmiert. Kein gutes Konzept, nicht zu Ende gedacht. Nachdem absehbar war, dass die Mehrheit der Abgeordneten zustimmt, beantragte die Neue Fraktion (Demokraten pro Liechtenstein; DpL) eine Volksabstimmung. Nun entscheidet das Volk darüber, ob für das Konzept «Bahnschranken zu, auf, zu» stolze 71,3 Millionen Franken plus Teuerung bezahlt werden soll. Dies in einer unsicheren Zeit, in der 11 000 Kurzzeit-Arbeitslose angemeldet sind, und wir nicht wissen, was alles noch auf uns zukommt.

Herbert Elkuch, Landtags- abgeordneter der Demokraten pro Liechtenstein (DpL)

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