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Leserbrief

Keine Aufweichung bei Verbänden

Vorstand der Liechtensteiner Jägerschaft | 28. Mai 2020

Im Zusammenhang mit dem neuesten Mobilitätskonzept wurden im Landtag Stimmen laut, die eine Aufweichung des Verbandsbeschwerderechts fordern. Vermutlich soll damit eine Beschleunigung der nötigen Verfahren erreicht werden.
Innerhalb unserer grosszügigen Bauzonen gelten vor allem wirtschaftliche Interessen, wenn es um Bauvorhaben jeglicher Art geht. Ein Rest Natur existiert bei uns fast nur ausserhalb der Bauzonen. Das Verbandsbeschwerderecht dient vor allem dazu, bei baulichen Eingriffen ausserhalb der Bauzonen genau dieser Natur Gehör zu verschaffen. Sollte das Verbandbeschwerderecht nun tatsächlich aufgeweicht werden, so hat das nicht nur Konsequenzen für die Projekte des neuen Mobilitätskonzeptes, sondern für jegliches Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen. Eine Aufweichung des Verbandsbeschwerderechts greift deshalb in unseren Augen zu kurz und birgt grosse Risiken für unsere Natur.
Der Ursprung dieser Forderungen dürfte der Meinung entspringen, dass bei solchen Projekten von der Konzeption bis zur Realisierung Jahre ins Land streichen. Dies scheint zwar sehr lange, es handelt sich aber in der Regel nicht um verlorene Zeit. Diese Zeit dient in erster Linie dazu, dass solche Grossprojekte – im Interesse aller – optimiert und auch für die Umwelt verträglich werden.
Bei Planungen sollten die Naturschutzverbände schon von Anfang an miteinbezogen werden. Dadurch wird weit mehr Zeit eingespart, als mit nachträglichen Forderungen die Gesetzesänderungen, Referenden, Volksabstimmungen usw. mit sich bringen. Im Interesse aller sollte also die Natur miteinbezogen anstatt ausgeschlossen werden. Darum: Das Verbandbeschwerderecht muss bleiben – der Natur zuliebe.


Vorstand der Liechtensteiner Jägerschaft

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