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Leserbrief

Über Gehirnwäsche

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 28. Mai 2020

Grosses Wehklagen beim Initiativkomitee «HalbeHalbe». Worüber? Es ist der Abstimmungstermin. Der ist auf den 30. August terminiert und damit, erfahren wir, «einzigartig in der liechtensteinischen Geschichte», weil «direkt nach den Sommerferien und während eines Veranstaltungsverbots. Eine intensive und klassische Abstimmungskampagne und Meinungsbildungsphase ist nicht möglich (...). Viele Teile unserer Kampagne (…) mussten wir bereits absagen (...).» Und so weiter und so fort. Nachlesen können Sie das ganze Gejammer im Detail, zum Beispiel im «Liechtensteiner Volksblatt» vom 27. Mai (Seite 4).
Erstaunt darf man sich fragen: Weshalb die Aufregung? Das vordergründige Ziel der Initiative wurde ja, gefühlte tausend Mal, klar kommuniziert; das Hintergründige tausend Mal bestritten!? Ist der vorgebrachte Privilegierungsanspruch aussergewöhnlich komplex?
Wohl eher nicht!
Wo also liegt das Problem?
Das Problem liegt darin, dass die Begründungen, wie zum Beispiel irgendwelche angeblichen, systematischen Diskriminierungen und Benachteiligungen von Frauen, die vom Komitee für ihre Initiative immer wieder ins Feld geführt werden, mit der Lebenswirklichkeit von 99 Prozent der Bevölkerung, Frauen und Männern, nichts zu tun haben; sogar in eklatantem Widerspruch zu deren Lebenserfahrungen, zu den «gesellschaftlichen Realitäten» stehen. Das Problem liegt darin, dass es für die Initiative keine stichhaltigen Argumente gibt. Weil es sich um ideologischen Müll handelt! Versprochen wird eine bessere, gerechtere Gesellschaft. Dafür soll die tragende Säule des Rechtsstaats, der Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz, geschleift werden?! Was ist das anderes, als eine Kriegserklärung an jede Logik?
Das Initiativkomitee selbst scheint das zu ahnen. Wie also bringt man diese Absurdität trotzdem an den Mann? Erfahrungsgemäss gibt es nur diesen einen Weg. Man muss sie den Menschen mit Gewalt ins Gehirn trichtern. Deshalb muss sie immer und immer wieder erzählt, müssen die gleichen «Märchen» immer und immer wieder aufgetischt werden. Damit ist jeder zusätzliche Gehirnwaschtag von unschätzbarem Wert. Nur so setzt sich der zähe, kulturmarxistische Brei – wenn überhaupt – langsam in den Köpfen fest. Das ist die Angst beim Initiativkomitee, dass die Menschen, auch am 30. August, Unrecht noch als Unrecht erkennen. Das ist die Angst: Zu wenig Zeit für die Gehirnwäsche! Eine gerechte Sache spricht für sich selbst. Da wäre das alles kein Thema.


Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan

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