Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Ein neues Konzept für Oberplanken

Günther Jehle, Altgemeinderat, Dorfstrasse 45, Planken | 27. April 2020

Es ist erfreulich, dass das Naherholungsgebiet auf Oberplanken mit seinen Wanderwegen, seiner schönen Aussicht ins Rheintal bis weit hinein ins Toggenburg, mit dem einladenden Grillplatz, seinem Naturweiher ein Anziehungspunkt für Ausflügler geworden ist. Vor allem in der Zeit der immer mehr ermüdenden Koronakrise scheint dieser herrliche Flecken über dem Dorf auf einer Seehöhe von ca. tausend Metern eine abwechslungsreiche Alternative für Wanderer und Biker geworden zu sein – leider auch für motorisierte Besucher, die das Verbotssignal Richtung Oberplanken schlichtweg nicht sehen wollen. Es ist auch zu sagen, dass unsere geschätzte Landespolizei eine diesbezügliche Kontrolle kaum wahrnimmt, wie dies auch auf der stark befahrenen Dorfstrasse schon lange nicht mehr der Fall ist. Unser Dorf hat seit Jahren keinen eigenen Dorfpolizisten mehr, der dort oben für Ruhe und Ordnung sorgen könnte. Seit langer Zeit besteht nun für Oberplanken ein Fahrverbot für Autos und Motorräder – erlassen vom einstigen Gemeinderat in einem wagemutigen Entschluss, nur die Bodenbesitzer dürfen die Zufahrt motorisiert benützen. Es ist verständlich, wenn der heutige GR sich Gedanken über die Beschränkung der momentanen teils unerfreulichen Situation mittels einer Schranke oder mit einem Poller macht. Gleichzeitig würde diese Massnahme für die Plankner Bewohner aber weiterhin eine rigorose Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf dem eigenen Gemeindegebiet bedeuten; damit ginge eigentlich ein uraltes Walserrecht verloren, ein Vorgang, der z. B. für den Triesenberg völlig undenkbar wäre. Der Gemeinderat ist nun in der unangenehmen Pflicht eine vertretbare Lösung zu finden, sei es für unsere zwölf Ferienhausbesitzer, die wir alle zu unseren Freunden zählen, für die Bodenbesitzer und auch für alle Dorfbewohner – sprich Steuerzahler an die Oberplanknerstrasse.
Nebst der Zufahrt muss an dieser Stelle meines Leserbriefes unbedingt auf ein weiteres Problem hingewiesen werden, das seit vielen Jahren in Bezug auf Oberplanken immer wieder bewusst oder unbewusst verdrängt wurde. Beim Besuch der blumenreichen Wiesen – vor allem in der Blütezeit sticht die heutige landwirtschaftliche Nutzung ins Auge und macht dem Blumenfreund echte Sorgen. Früher wurde dort oben ein Hochland-Rinderzucht in vorbildlicher Weise betrieben. Dieser Zustand hat sich nach Auflassung dieser Rinderzucht radikal geändert, heute benützt ein «Schäfler» aus dem Tal diese bunten Blumenwiesen und diese niedlichen Tiere zerstören nach und nach die ganze Blumenwelt und die Trollblumen, die bald zu Hunderten blühen werden, und auch viele andere werden verschwinden. Lediglich im südlichen Teil gibt es noch eine kleinere Magerwiese, auf welcher der Enzian seine Stellung mühsam verteidigen konnte. Andere Gemeinden haben schon längst geschützte Magerwiesen eingerichtet.
Für unser Naherholungsgebiet «Oberplanken» sollte ein neues Konzept in Planken andiskutiert werden: Die Zufahrt wäre neu zu regeln mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Dorfbewohner / die Einrichtung einer geschützten Naturwiese auf der ganzen Oberplanken, damit sich auch unsere Nachkommen an dieser Blumenvielfalt erfreuen können und nicht ein ödes Grasland zurückbleibt.
Oberplanken sollte auch in Zukunft ein Naturjuwel bleiben, zudem wir alle grösste Sorge tragen müssen.

Günther Jehle, Altgemeinderat,
Dorfstrasse 45, Planken

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung