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Leserbrief

Solidarität auf dem Prüfstand

Walter Meier, Kreuzbühel 31, Mauren | 25. April 2020

Wir alle haben schon einfachere Zeiten wie gerade aktuell erlebt und das Wort Solidarität ist allgegenwärtig. Einige leben sie, andere fördern sie und viele fordern sie. Vor allem vom Staat fordern aktuell sehr viele Menschen Solidarität in Form von finanzieller Hilfe.
Wer ist unser Staat? Ist es unsere Regierung, welche im Moment unpopuläre Entscheidungen treffen muss und dafür je länger je mehr der Kritik ausgesetzt ist, weil es im Nachhinein viele besser wissen? Oder verkörpern wir – das Volk – den Staat?
Egal, welche Körperschaft jeder von uns als Staat betrachtet. Das Ausschütten von ausserordentlichen und grossen finanziellen Mitteln erfordert einen intakten Kreislauf. Nehmen wir an, wir schöpfen unsere flüssigen Mittel (Geld) aus einem Brunnen. Daraus bedienen können wir uns nur solange, wie dieser durch ausreichend viele Quellen mit neuen Mitteln (Geld) versorgt wird. Das bedingt eine florierende Wirtschaft mit einem intakten Geldkreislauf.
Dienstleistungen zu Frankenlöhnen haben einen direkten Einfluss auf die Produktpreise. Wer in der Frankenzone seinen Lohn bezieht und diesen, unbestritten merklich höheren Lohn, mehrheitlich in der Euro-zone ausgibt, gefährdet diesen Geldkreislauf. Wenn nicht alle, die beim Schöpfen dabei sein wollen, auch Bereitschaft zeigen, ebenfalls als Quelle zu dienen, trocknet unser Brunnen aus. Das wiederum gefährdet unmittelbar die branchenübergreifend höheren Löhne in der Frankenzone.
Wie gehen wir vor, wenn die Mittel, seien es die finanziellen oder medizinischen, nicht ausreichen, um allen Solidaritäts-Forderungen nachzukommen? Sind all jene Menschen, welche nicht gerne Quelle spielen, in Zukunft bereit, zugunsten der Menschen, die den Geldkreislauf unterstützen, zurückzustehen?
Solidarität auf dem Prüfstand!

Walter Meier,
Kreuzbühel 31, Mauren

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