Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Früherkennung mit Sensorik-Armband

Stefan Büchel, Gamslafina 22, Balzers | 20. April 2020

Mitte letzte Woche informierte Gesundheitsminister Dr. Mauro Pedrazzini in einer Pressekonferenz über das Engagement der Regierung bzw. des Landes in einer wissenschaftlichen Untersuchung, der die Hypothese zugrunde liegt, ein auf dem Markt bereits erhältliches Sensorik-Armband könnte sich auch zur Früherkennung einer Coronainfektion des etwaigen Trägers eignen. In der Pressekonferenz vom letzten Freitag wurde diese wissenschafliche Untersuchung dann wiederum als eine der drei flankierenden Beobachtungsmassnahmen vorgestellt bei der nun geplanten schrittweisen Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität.
1) Gemäss Präsentation dieser Studie sind Resultate mit anfänglich ca. 2000(!) Probanden etwa auf Herbst dieses Jahres zu erwarten. Dann soll die Untersuchung in einem 2. Schritt auf weitere 5000(!) Probanden ausgedehnt werden. Ich unterstelle hier, dass dann diesbezügliche Resultate nicht vor einem weiteren Jahr zu erwarten sind. Angesichts dieses Zeitplans stellt sich natürlich die Frage, was diese Massnahme in den kommenden, kritischen Wochen zur Beobachtung der Virenlast in der Bevölkerung beitragen soll, von «Frühwarnsystem» kann jedenfalls nicht die Rede sein.
2) Betreffend Finanzierung dieser wissenschaftlichen Studie – der Gesundheitsminister nannte sie «eine aufwändige Sache» – werden das Fürstenhaus und das Land Liechtenstein als Hauptträger genannt. Die zu erwartenden Kosten dürften erheblich sein, und zwar nur schon betreffend Materialaufwand, auch wenn Ava CEO Lea von Bidder im Zeitungsinterview darauf hinweist, dass «die Armbänder zum Selbstkostenpreis» zur Verfügung gestellt werden. In welcher Höhe müssen wir uns also die finanzielle Mitbeteiligung des Landes vorstellen, und zwar jetzt in der ersten Testphase, dann aber vor allem auch bei der Ausdehnung der Tests in die in Aussicht gestellte zweite Phase?
3) Die Forschung im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen, ist eine gute Sache; ob gerade in Richtung «neuartiges Frühwarnsystem» ist mindestens offen: Einerseits wäre in Form von Speicheltests, breitest eingesetzt, ein zuverlässiges Früherfassungssystem unmittelbar verfügbar, andererseits wird sich die Notwendigkeit einer «Frühwarnung» mit der Realisierung eines in Aussicht gestellten Impfstoffes von selbst erledigen, hoffentlich wirklich in 1 bis 2 Jahren.

Stefan Büchel,
Gamslafina 22, Balzers

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung