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Leserbrief

Abwasser- Viren-Detektei

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen | 18. April 2020

In dieser Woche kündigte die Regierung an, man mache nun im Sinne eines Frühwarnsystems Virenmessungen im Abwasser der ARA Bendern. In den Hunderten von Kubikmetern der täglichen Abwasserbrühe, in der sicher Abertausende anderer Viren- und Bakterientypen sind, will man gezielt COVID-19-Rückstände finden. Eine Zuverlässigkeit solcher Messungen kann man sich anhand von einer gleichentags gemachten Aussage des Gesundheitsministers ausdenken: man teste nun wöchentlich alle Angestellten in Altersheimen, negative Testergebnisse würden aber in keiner Weise Anlass zur Lockerung gegenwärtiger Sicherheitsmassnahmen geben. Wenn also direkte Abstrichmessungen an Personen weiterhin unsicher sind, wie zuverlässig werden wohl neue Messungen in Hunderten von Kubikmetern Abwasser sein.
Selbst wenn sich nun Virenrückstände im Abwasser finden lassen, was macht man dann? Stammen die von einzelnen, wenigen, Hunderten oder noch mehr Personen, aus einem einzelnen Quartier oder verteilt über das ganze Land? Schickt man nun Hundertschaften aus, Infizierte in der Bevölkerung aufzuspüren? Oder will man gar solche Messungen zum Anlass nehmen, vorsorglich wieder rigorose Notstandmassnahmen wie die aktuellen anzuordnen?
Das Ganze tönt mir vielmehr nach behördlicher Selbstbeschäftigung in einem Regierungsamt mit minimalster Aussicht auf konkreten Nutzen, als nach bedachter Vorsorgemassnahme, ganz im Gegenteil zu der gezielten Früherkennung mit dem Sensor-Armband, das insbesondere exponierte Personen tragen sollten.

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen

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