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Leserbrief

Wackelige Stromversorgung?

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 1. April 2020

Vor rund drei Wochen gab die Regierung über unsere Landeszeitungen eine Coronaentwarnung durch. Noch soll der Höhepunkt der Coronapandemie nicht erreicht sein. Nun stehen Vorwürfe im Raum, dass nicht entschlossen genug gehandelt und gewarnt wurde. Über die Medien der Nachbarländer wird vorbereitet, dass man sich auf eine dreimonatige, womöglich noch schärfere Qarantäne einstellen muss. Die LKW gaben durch, dass die Stromversorgung gesichert sei. Die Regierung meinte, dass man sich bezüglich der Energieversorgung keine Sorgen machen müsse, die Schweizer werden schon Energie liefern. Nun ist mit Corona eine neue Dimension dazugekommen. Es geht um die Stromversorgung durch die LKW-Leitungen.
Das Eidgenössische Bundesamt für Bevölkerungsschutz www.babs. admin.ch hat vor Jahren Gefährdungs- und Risikoanalysen durchgeführt. Skizziert wurden Massnahmen in den Bereichen Prävention und Vorsorge zur Bewältigung von Katastrophen und Notlagen. Es wird «Gefährdungsdossier und Szenarien» genannt. So wird auch auf den totalen «Blackout», gemeint ist ein totaler Zusammenbruch der Stromversorgung, hingewiesen.
Die Intensität eines Stromausfalls ist in vier Gruppe eingeteilt. Im Extremfall dauert ein vollständiger Stromausfall im betroffenen Gebiet fünf bis sieben Tage. Eine sukzessive Regeneration der Stromversorgung drei bis vier Wochen. Das ist sowohl im Winter als auch im Sommer keine harmlose Angelegenheit. Der Nichtfachmann ist sprachlos. Der Skeptiker wird über diese Aussagen bestätigt.
Nun kommt Corona noch dazu. Diese Dimension wird in den Berichten des BABS nicht angesprochen. Eine komplette Neubeurteilung wird sicherlich demnächst folgen.
Bei uns gibt es nicht einmal ein Krisenmanagement für fünf bis sieben Tage, geschweige für drei bis vier Wochen. Deutschland macht vergleichbare Aussagen. Kumuliert man nun das Corona dazu und die derzeitige Wetteranomalie, die von Sonnenschein und Trockenheit zu unnatürlich schwersten Niederschlägen führen kann, so steht unsere Stromversorgung schon auf wackeligen Stühlen.
Weil derzeit der allergrösste Teil der Flugzeuge am Boden geparkt ist, der Strassenverkehr sehr ruhig ist und die Maschinen in der Industrie ruhen, wird weniger Energie verbraucht und folglich weniger Wärme und Schadstoffe an die Umwelt abgegeben. Es ist nicht auszuschliessen, dass im Frühling und Sommer ein kurzzeitiger Wetterwandel zu befürchten ist. Entweder sehr, sehr trocken oder ausgiebige Niederschläge müssen befürchtet werden.
Das sind alles neue Gefährdungen die eine Auswirkung auf unsere kleine Volkswirtschaft haben können. Alle diese Gefahren haben unsere Amtsstellen und staatlichen Infrastrukturversorger nicht auf dem Radar gehabt, noch haben sie diese. Die Zeit wäre reif, solche Fragen sehr schnell über Skype mit Experten, die solche Zusammenhänge kennen, aber getrennt von den Amtstellen und Infrastrukturversorgern zu diskutieren. Und schlussendlich in Form eines Risikoanalysenberichtes zusammenstellen. Gilt auch für Gesundheit, Gefahrenguttransport OeBB, Kommunikationstechnologien, Gasversorgung, etc.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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