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Leserbrief

Antikörpertest aktuell ohne Nutzen (Teil 1)

Rainer Wolfinger, | 30. März 2020

Ein sogenannter Antikörpertest (Nachweis von Abwehrkörpern im Blut) bringt in der jetzigen Situation herzlich wenig. Das vorrangige Ziel, die weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden und möglichst rasch eine schrittweise Lockerung der gesellschaftlich und wirtschaftlich negativen Massnahmen (Lockdown) einzuleiten, erreicht man damit nicht. Dies gelingt nur mit einer breit angelegten Testung auf das Virus (Coronatest) und – man kann es leider nur dauernd wiederholen – einer Maskenpflicht zumindest am Arbeitsplatz für Personen mit häufigem, intensivem Kontakt zu anderen Mitarbeitern und Kunden. Vielleicht sollten Grossverteiler wie Coop, Migros, Lidl und Aldi mit gutem Beispiel vorangehen. Interessant ist, dass im Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemäss «Sonntagszeitung» Masken getragen werden, obwohl Daniel Koch (Leiter Übertragbare Krankheiten des BAG) stets behauptet, wie unnütz diese sein sollen.
Neu soll nun also in grossem Stil nach Antikörpern (Abwehrkörpern) im Blut gesucht werden mithilfe von Antikörpertests (Blutentnahme nötig). Eine zuverlässige Aussage ist allerdings oftmals erst 14 Tage nach Infektionsbeginn möglich. Werden sogenannte IgG-Antikörper nachgewiesen, aber keine IgM mehr, welche sich während der akuten Phase einer Infektion finden, spricht dies für einen Schutz (Immunität) nach durchgemachter Infektion. Allerdings sind solche Tests, wenn auch selten, fehlerbehaftet.
Sinn machen würde ein solcher Antikörpertest vielleicht für eine begrenzte Bevölkerungsgruppe (Pflegepersonal, Ärzte etc.). Für uns Normalbürger würde ein positiver Test und damit Schutz gegen das Virus sicherlich auch eine Beruhigung bedeuten. Allerdings besteht die grosse Gefahr, dass die auch weiterhin nötigen Hygienemassnahmen (eine Übertragung des Virus und damit Ansteckung anderer Personen wäre weiterhin möglich!) vernachlässigt würden. Von Interesse sind die Testergebnisse insbesondere für Epidemiologen und Mediziner, um nachträglich klare Aussagen machen zu können zum Beispiel darüber, ob das Vorhandensein von Antikörpern effektiv vor einer Neuansteckung schützt, wie lange dieser Schutz dauert, wie hoch die Infektionsrate (auch Menschen ohne Beschwerden) oder die Sterblichkeitsrate war.

Rainer Wolfinger,

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