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Leserbrief

Integration von Staatsbürgerschaft abhängig?

Robin Schädler, Stadel 16c, Balzers | 5. März 2020

Die doppelte Staatsbürgerschaft soll es laut Regierung nicht für alle geben: Nur EWR-Bürger/-innen und Schweizer/-innen soll sie zugutekommen. Bei ihnen könne gemäss dem Gutachter der Regierung «von einer bereits bestehenden erhöhten Integrationsfähigkeit und Assimilierung ausgegangen werden» (BuA Nr. 9/2020, S. 18). Menschen, die neu hier ankommen, und Menschen, die bereits Jahre oder Jahrzehnte in Liechtenstein leben, werden dabei über den gleichen Kamm geschert. Anders gesagt: Menschen aus Andorra, aus dem Irak oder auch aus England sind nach Ansicht des Gutachters per se schlechter bei uns integriert als Menschen aus Lettland oder Irland. Und dies auch nach 5, 10 oder 30 Jahren in Liechtenstein. Der Gutachter stützt sich dabei weder auf Studien noch auf Expert/-innen, sondern einzig auf seine persönliche Ansicht.
Natürlich darf man für die Verleihung der Staatsbürgerschaft voraussetzen, dass sich Menschen integriert haben. Dies wird heute schon durch verschiedene Kriterien bewertet (Aufenthaltsdauer, Staatskundetest, Deutschprüfung). Eine Anpassung dieser Kriterien kann durchaus diskutiert werden. Personen ohne Schweizer oder EWR-Hintergrund aber unter Generalverdacht zu stellen, sie seien auch nach langjährigem Wohnsitz in Liechtenstein schlechter integriert, ist schlicht ungerecht.

Robin Schädler,
Stadel 16c, Balzers

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