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Leserbrief

«Besondere Lage»?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 4. März 2020

Per 2. März 2020 veröffentlichte das Amt für Gesundheit auf der Website der Landesverwaltung eine weitere Information zum Coronavirus. Darin wird u. a. auf das Veranstaltungsverbot bei Anlässen mit mehr als 1000 Personen verwiesen. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, dass bei Anlässen mit weniger als 1000 Personen das Amt für Gesundheit über deren Durchführung entscheidet.
Per 2. März 2020 – also taggleich – informierte die Regierung auf ihrer Website in selber Angelegenheit. In dieser Information ist u. a. Folgendes zu lesen: «Die Regierung empfiehlt, Veranstaltungen zu verschieben oder abzusagen.»
Aufgrund dieser doch unterschiedlichen Informationen frage ich mich, was nun gilt und wer denn in dieser nicht alltäglichen Situation überhaupt das Sagen hat? Schliesslich hat die Regierung die aktuelle Situation in Liechtenstein als «besondere Lage» gemäss dem Epidemiengesetz eingestuft. Oder handelt es sich hierbei um eine selektiv gebotene Autonomie basierend auf moderner Demokratie? Während die Landesspitaldirektorin dem Land Liechtenstein ein Kränzchen windet («Vaterland»-Artikel vom 1. März 2020, «Landesspital meldet ruhige Lage in Liechtenstein») versuche ich anhand des «Schilda-Konnex» eines Leserbriefschreibers etwas Humor aufkommen zu lassen. Gleichzeitig hoffe ich, dass sich die Regierung Gedanken über die Optimierung ihrer Corporate Communications macht – besonders für solch spezielle Fälle. Denn Einheitlichkeit spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Liechtenstein kann nun mit dem «Ämtligeist» dem Schweizer «Kantönligeist» Paroli bieten. Welchen Beigeschmack ein solches Vorgehen hinterlässt – diese Frage soll jede/jeder für sich selbst beantworten. Und einmal mehr zeigt sich das Leben auf dieser Erde von seiner unberechenbaren Seite, die aufzeigt, dass nichts selbstverständlich und der Mensch nicht allmächtig ist.

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, Triesen

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