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Leserbrief

Neues aus Schilda

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 2. März 2020

Der Flughafen Zürich schleust pro Jahr 31,1 Millionen Passagiere durch. Das macht pro Tag stolze 85 235 Stück, die in stickigen Gängen und in Warteräumen herumlungern. Richtig stickig, denn Fenster zum Lüften gibt es dort nämlich nicht. Den Hauptbahnhof Zürich benutzen im Schnitt täglich 468 800 Passagiere, die in der Brasserie Federal, Perrons, engen Zugabteilen und vollgepfropften Gängen einander in die Hälse hineinhusten und ihre Viren herumschleudern. Auch in der Migros Buchs gibt es keine Fenster zum Lüften und auch dort tummeln sich zum Beispiel am Samstag viele Tausend Leute und alle fassen mit nackten Händen die Einkaufswagen und Körbe an und niesen und husten und furzen zwischen den Regalen herum. Fabriken, Schulen, Spitäler und Postauto lassen wir einmal weg. Vor diesem Hintergrund reizt es, nach dem Sinn zu fragen, wozu Fussballspiele an der frischen Luft, oder gar der Engadiner, wo nur kerngesunde und durchtrainierte Sportler an frischer Höhenluft versuchen, möglichst viel Abstand zum anderen Bazillus zu halten, abgesagt werden müssen. Natürlich muss auch Liechtenstein wie die Schweiz, Veranstaltungen mit über 1000 Leuten sofort verbieten. Nun wie kommt es dazu, dass Bundesrat und Regierung so einen Unsinn höchster Güte aushecken? Unsinn, weil jede Aktion selbst von einem Verkaufsberater für Strandsandalen und Gummibären ist dem Menschen und der Gesellschaft weitaus dienlicher. Die Regierenden stehen dem Coronavirus dermassen hilflos gegenüber, dass es schon fast peinlich ist. Da sie aber nebst einem üppigen Lohn mit Aussicht auf eine wunderbare Pension sich genötigt fühlen, handeln zu müssen, machen sie einfach irgendwas. Was und ob sinnvoll oder nicht, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Tut es auch nicht, denn der brave Bürger ist geneigt, das Ganze auch noch zu begeifern und bejubeln und bei jedem Aktionismus der Politik in die Hände zu klatschen, wie man es ihm anerzogen hat. Aber warum verfallen Regierungen in Aktionismus? Weil der Mensch von Natur aus von Ruhe und Rastlosigkeit getrieben ist. Nichts tun ist die schwerste Beschäftigung von allen. Und Aktionismus ist die beste, gar die ultimative Selbstbefriedigung. Wer auf seinem vorgezeichneten Weg weitertrampelt und hier und da ein Steinchen zur Seite schiebt, bekommt keine Gewissensbisse wegen Untätigkeit. Und kein Regierungs- oder Bundesrat wird sich nachsagen lassen, dass Aeria die griechische Göttin der Faulheit, der Trägheit und des Müssiggangs seine Mutter ist.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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