Leserbrief

Hat die Wirtschafts- kammer nichts dazugelernt?

Klaus Biedermann, im Mühleholz 39, Vaduz | 12. Februar 2020

Die Wirtschaftskammer vertritt die Ansicht, der Rheindamm könne für Autos gesperrt bleiben, falls man im Gegenzug eine Umfahrungsstrasse baue. Ist so eine Ansicht mit dem Anliegen von Klima- und Umweltschutz vereinbar? Sind unsere Landressourcen gar beliebig vermehrbar? Mir scheint, die Wirtschaftskammer habe punkto Schutz von Ressourcen und Umwelt bislang nichts dazugelernt. Sie propagiert Wachstum und vermeintlichen Fortschritt um jeden Preis.
Zu Recht wird ein «Prozess des Miteinanders» gewünscht. Doch entspricht es diesem Miteinander, wenn (auch zu Stosszeiten) in zahlreichen Autos jeweils nur eine Person sitzt? Berufsleute, die während ihrer Arbeitszeit kein Fahrzeug benötigen, könnten noch verstärkt auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Folglich hätte es wieder mehr Platz auf der Landstrasse für Gewerbler und Handwerker, die beruflich auf das Auto angewiesen sind. Bei einem Notfall – so für Polizei und Rettungsdienst – kann der Rheindamm immer noch (befristet und als Ausnahme) für den Verkehr freigegeben werden.
Die Radfahrer, die (auch) auf dem Rheindamm unterwegs sind, tragen übrigens wohl am wenigsten Schuld an den Staus auf der Landstrasse. Umweltschutz beginnt letztlich immer bei sich selbst, beim eigenen Verhalten in Bezug auf Konsum und Mobilität. Künftige Generationen danken uns dafür.

Klaus Biedermann, im Mühleholz 39, Vaduz

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