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Leserbrief

Ma sött – wer sött?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 6. Februar 2020

In der «Liewo» vom 2. Februar 2020 antworteten Politiker aller Parteien auf die Fragen «Hat die Jugend ein Drogenproblem? Und wie wird sie wieder clean?».
Interessanterweise sehen die Vertreter der Oppositionsparteien diese Problematik realistischer und dementsprechend besorgter, als jene der Regierungsparteien. Die Vertreter der Regierenden verwiesen stattdessen auf andere Süchte.
Besonders auffallend beziehungsweise fragwürdig ist für mich die Haltung des VU-Vertreters, Peter Frick, der in diesem Liewo-Beitrag den Hut des Politikers trägt. Herr Frick weist sich auf der Website des Landtages als Dipl. Sozialpädagoge FH aus. Auch ist er am Schulzentrum Unterland in Eschen als Schulsozialarbeiter tätig. Es ist anzunehmen, dass Herr Frick regelmässig mit Jugendlichen zu tun hat.
Zwangsläufig frage ich mich: Sind die Medienberichte unwahr, die Zahlen der Landespolizei falsch, oder gibt es Leute, die Probleme nicht sehen wollen?
Aufgrund der medialen Berichterstattung über den Drogenkonsum bei Jugendlichen scheint die Informations- und Aufklärungsarbeit unzureichend zu sein. Meinerseits stellt sich die Frage, wer diese Arbeit an den Schulen wie leistet beziehungsweise leisten sollte? Hierfür erachte ich das niederschwellige Angebot der Schulsozialarbeit als prädestiniert. Diese Leute sind Fachkräfte der sozialen Arbeit und fördern sowie beraten Jugendliche. In meinen Augen ist es nicht zielführend, ein derart komplexes und anspruchsvolles Thema einer Lehrperson aufs Auge zu drücken, die ohnehin schon einen fordernden Job zu erledigen hat.
In der Vergangenheit führte ich mit einem Berufskollegen (Schulsozialarbeit) von Peter Frick in Sachen Drogen- und Suchtprävention kontroverse Diskussionen. Wenn ich diese Erinnerungen mit seinem «Liewo»-Beitrag kombiniere, frage ich mich, ob die Schulsozialarbeit das Ausmass dieser Problematik erkannt hat? Die von der Landespolizei diesbezüglich kommunizierten Zahlen erübrigen Zweifel an der Existenz dieses Problems. Man bedenke, dass diese Zahlen nur ein Teil des Ganzen aufzeigen.
Vielleicht regt folgendes Zitat von Molière zum Nachdenken an: «Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.»

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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