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Leserbrief

Zwangsmitgliedschaft

Leopold Schurti,Forsthof 50, Triesen | 1. Februar 2020

Als ich noch im VBO-Vorstand war, wollte Klaus Büchel schon, dass die VBO beim Lehrbetriebsverband teilnimmt. Damals hatten nur ich und Franky Willinger einen Lehrling und wir wehrten uns dagegen. Im November 2010 präsentierte er uns ein Schreiben, wonach es angeblich pro Lernenden 240 Franken koste – alles im Protokoll nachlesbar. Daraufhin stimmten wir zu. Das war ihm aber nicht genug. Er wollte, dass das Geld direkt durch das Amt jedem Landwirt abgezogen wird. Und so ist gekommen – allerdings ist es heute ein Betrag von 6000 Franken.
Ich hatte in den letzten Jahren 11 Lehrlinge aus dem FL und das, obwohl ich in den VBO-Mitteilungen nicht als Lehrbetrieb geführt werde (da ich kein Mitglied bin). Das ist ja egal, da ich die Verträge direkt mit dem Lehrbetriebsverband mache. Im Sommer 2018 hatten Elias Marxer, Josef Schädler und Gian-Luca Wohlwend, die alle einen Teil der Lehre bei mir gemacht haben, die Diplomfeier am Rheinhof in Salez, wo auch der VBO-Präsident beim Apéro anwesend war. Dort haben meine Lehrlinge ihre Diplome erhalten. Im FL sind sie dann vergessen gegangen – dies sicher nicht zum Wohl der Lernenden. Schlussfolgerung: Zurück zum Amt anstatt ewig unter Zwang. In einem Leserbrief im gestrigen «Vaterland» äusserte sich Karl-Heinz Frick zum Thema «100 Prozent VBO». Über 50 Prozent der Lehrlinge aus dem FL haben einen Teil ihrer Lehre auf einem der Nichtmitgliederbetriebe gemacht. So viel zum Thema «100 Prozent VBO».
Bei den Praktikanten ist es schon ewig eine Zwängerei und ich bin mir sicher, dass einige der VBO-Mitglieder mit dem jetzigen Geschäftsführer diesen verlassen würden, sofern sie diese Rekrutierung selbst in die Hand nehmen dürften. Was ja für Unternehmer – laut KBA und Amt sollten ja alle Bauern Unternehmer sein – selbstverständlich wäre. Es würde ja nur besser werden, so bekommen die Praktikanten ein echtes Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber und nicht von einem Büro (KBA), wo der Praktikant nur beim Unterschreiben des Vertrages (von der VBO als Vertragsgeberin) von der KBA-Sekretärin gesehen wird. Alle, die das nicht wollen oder können, könnten die Rekrutierung der Praktikanten ja weiterhin der KBA anvertrauen oder einem anderen Büro. Es soll aber einfach nicht wie bis jetzt unter Zwang weitergehen.
Noch etwas zu dem Thema «100 Prozent VBO»: Das Sekretariat hat manchmal beim Protokollieren ein Defizit. So steht etwa im Protokoll über die GV, in der ich aus dem Vorstand ausschied: «Leopold Schurti wurde verdankt und das Präsent überreicht» – und dies, obwohl ich gar nicht anwesend war.
Wünsche ein schönes Wochenende und tschüss bis nächste Woche.


Leopold Schurti,
Forsthof 50, Triesen

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