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Leserbrief

«Welche Erfahrungen wurden vor 32 Jahren gemacht?»

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 29. Januar 2020

Franz Schädler von Triesenberg schreibt in seinem Leserbrief («Volksblatt»-Samstagsausgabe), dass in Luxemburg ab 1. März 2020 Bahn, Bus und Tram für alle Benutzer kostenlos werden. Luxemburg ist diesbezüglich kein Exot. In Augsburg lässt die Stadt Passagiere in Strassenbahnen und Bussen ebenfalls kostenlos fahren. Die Busse in Osttirol sind ebenfalls kostenlos. Auch der Triesner Ortsbus ist gratis. Es geht da speziell um die Frage, ob mehr Menschen auf den Bus umsteigen, wenn er gratis ist.
Die Busbetreiber befürchten eine massive Zunahme an Buspassagieren, sollte der Gratisbus über die Politik eingeführt werden. Befürchtet wird, dass man im Moment zu wenig Busse für das Passagieraufkommen hätte. Mehr Leute in den Bussen bedeutet weniger Autos auf den Stras­sen. Das zu berechnen, braucht keine komplizierte Mathematik.
Da wird seitens der Busbetreiber eine Verzögerungstaktik betrieben. Das zeigt sich auch bei der LIEmobil.
Im «Vaterland» vom 24. Januar, Seite 5, meint der Geschäftsführer der LIEmobil, Jürgen Frick, dass ein kostenloser Busverkehr das Liechtensteiner Verkehrsproblem nicht lösen kann. Diese Haltung teilt auch der VCL-Präsident Georg Sele. Grundlage für diese Überlegungen seien die Erfahrungen, die man vor 32 Jahren gemacht habe.
Nun wäre es schon interessant, in den Zeitungen zu lesen, welche Erfahrungen vor 32 Jahren gemacht wurden und warum Frick und Sele bis heute an der scheinbaren Untauglichkeit eines kostenlosen Busses festhalten. Mit einem Foutieren heutiger Erkenntnisse bezüglich Verkehrsreduzierungsmöglichkeiten überlasteter Strassen kommt man nicht weiter.
Gemäss unserer Verfassung, Art. 20, ist die Ausgestaltung des Verkehrswesens nach modernen Bedürfnissen auszurichten.
Das, was vor 32 Jahren diskutiert wurde, ist doch längst vergangener Schnee. Der Trend in Europa und Triesen zeigt eindeutig Richtung vermehrter Etablierung von kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln. Dagegen zu sein, wiederspiegelt die Vorgabe unserer Verfassung zur Ausgestaltung des Verkehrswesens wohl eher nicht.


Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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