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Leserbrief

LIEmobil statt S-Bahn «FL–A–CH»

Erich Hasler und Herbert Elkuch, Landtagsabgeordnete (DPL / NF) | 17. Januar 2019

«Eine zweigleisige S-Bahn, die via Feldkirch nach Schaan bis nach Buchs und wieder retour fährt, soll die Verkehrsproblematik im Rheintal lösen» (IGÖV, «Volksblatt» 21. 10. 2018).
Löst die S-Bahn die Verkehrsproblematik? Nein. Das zeigen die Erfahrungswerte nach 18 Jahren Bummelzug Feldkirch – Buchs. «Ziel der Einführung des Liechtenstein-Taktes war im Jahre 2000, Arbeitspendlerinnen und Arbeitspendlern ein alternatives Modell anzubieten» (BuA 18/2003). Von Montag bis Freitag fahren in jede Richtung täglich nunmehr 9 Züge. Der Zukunftsglaube an die Pendlerbahn ist zu korrigieren. Fakt ist:
Im Oktober 2002 benutzten durchschnittlich 443 Personen aus Vorarlberg den Liechtenstein-Takt (BuA 18/2003). Im Oktober 2017 verzeichnete die ÖBB, von Feldkirch bis Buchs, ab morgens 5:33 bis mittags, total noch 232 Einsteiger. Wieder zurück nach Vorarlberg, von 12:34 bis 18:49, Buchs – Feldkirch, nur 185 Einsteiger. Das Land bezahlt an die Pendlerbahn jährlich ca. CHF 250 000.
Auf der Strasse passieren täglich über 97 000 Personen die Grenzübergänge Liechtensteins. Selbst unter der kühnsten Annahme, dass mit zusätzlichen Pendlerzügen dann zumal 3000 Personen mit dem Zug fahren, entspräche dieser Umsteigeeffekt nur einem Tropfen auf den sprichwörtlich heissen Stein. Anstatt 97 000 Personen würden immer noch 94 000 Personen auf der Strasse über die Grenze fahren. Die vorherrschende Verkehrsproblematik würde nicht einmal im Ansatz gelöst. Eine Weiterführung des Projektes S-Bahn FL–A–CH muss vors Volk, bevor nochmals zu den bis heute über 5 Mio. Projektierungskosten noch weitere Millionen dazukommen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Benutzung des heutigen Angebots durch die Pendler seit 18 Jahren den Erwartungen nicht im Entferntesten entspricht. Das Problem des Grenzverkehrs kann die S-Bahn definitiv nicht lösen.
In Liechtenstein operiert der landesweite öffentliche Verkehr fast gänzlich auf dem bestehenden Stras­sennetz. Der Hauptvorteil ist die hohe Flexibilität und die Nähe zum Wohnort. Allerdings, das Strassennetz ist stellen- und zeitweise an der Kapazitätsgrenze.
Für eine hohe Attraktivität unserer Arbeitsplätze sind kurze Anfahrtszeiten wichtig. Eine Investition in die Verkehrsinfrastruktur muss die Staus reduzieren. Anstatt in eine Pendlerbahn zu investieren, muss vielmehr beispielsweise das Problem des meistbefahrenen Grenzübergangs Liechtensteins in Bendern (53 Jahre alte, schmale Brücke mit Ampelanlage und ohne sicheren Fahrradweg!) gelöst werden, um einen besseren Verkehrsfluss zu erreichen und weniger Personen auf die Grenzübergänge in Ruggell ausweichen. Dies wäre ein Fortschritt, sowohl für den Individual-, Durchgangs-, Lastwagen- als auch für den öffentlichen Verkehr mit Linienbussen. Im Gegensatz zur S-Bahn fährt die LIEmobil in alle unsere Dörfer und zu vielen Betrieben überall im Land. Die S-Bahn FL–A–CH hingegen verbindet innerhalb von Liechtenstein lediglich zwei Weiler mit einem Dorf und bringt damit den Bewohnern nur einen marginalen Nutzen.

Erich Hasler und Herbert Elkuch, Landtagsabgeordnete (DPL / NF)

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