Leserbrief

Wehret den Anfängen?

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 14. Januar 2019

Die Idee des Landesfürsten eine Frauenquote auf Zeit einzuführen, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Schmutzhafen ersten Ranges. Oder etwas derber ausgedrückt; Rattenfängerei auf fürstlicher Ebene. In den genannten Hafen aus Ton greift man hinein etwas Schmalz herauszuholen, wobei ein wenig davon am Rande hängen bleibt, eintrocknet und zu Schmutz wird. Das geht so, bis der Rand so verschmutz und das Loch so klein geworden ist, dass man beim letzten Mal zwar die Hand noch hinein bringt und auch noch eine handvoll Schmalz greifen kann, aber sie dann nicht mehr herausbringt. Bleibt nur, den tönernen Krug zerschlagen um dem Schmutz zu entrinnen. Die Afrikaner fangen ihre Affen genauso. Man steckt einen Apfel in ein Loch mit kleinem Ausgang, der Affe greift hinein, umklammert den Apfel, kann ihn nicht mehr loslassen und ist somit ein Gefangener seiner eigenen Dummheit, seines Hungers oder auch nur seiner Gier, die viele Töchter hat. Von der Habgier, Neugier, Frauengier, zur Quotengier. Selbst die Girlande ist eine Verwandte. Diese hängt man einer Quotissima so lange um den Hals, bis sie glaubt sie ist die Königin auf dem Hafenring.
Es liegt nicht nur in der Natur der Sache, dass ein Ding, das wenn einmal eigeführt, nicht wieder entfernt werden kann. Das mag bei einem Furunkel am Allerwertesten operativ möglich sein, aber eine einmal eingeführte Quote wird nicht wieder abzuschaffen sein. Das weiss auch der Landesfürst. Wahrscheinlich einer der Gründe warum er ­dies so plant. Der Sache selber wird dieses Geschütz sehr abträglich sein. Heisst; wir nehmen unser schwaches Geschlecht ernst, aber bitte nur auf Zeit. Oder wir gestehen ihm zu, eine zeitlang tüchtig sein zu dürfen, aber wenn der Brei dick wird, nehmen wir, die Männer die Rührkelle wieder selber zur Hand. Für unsere kleine, lebhafte, manchmal dem Schalk, dem Gauditum und dem Höllenritt auf der Kanonenkugel nicht abgeneigte Monarchie, wird der Plan, Wallküren; Schlacht und Schildjungfer aus der nordischen Mythologe, die den Krieger binden oder befreien durch List und Trug herbeizuzaubern, zwar eine Spalte in Schreibwerken wie: «Liechtenstein von der Gegenwart bis heute» sichern, unseren Göttinnen aber im Endeffekt äus­serst schädlich sein. Ihre Freude, die sie auf der Fürstenidee sofort zu Riesenhaufen auftürmten, begänne mit dem faden Beigeschmack: «Nicht durch Leistung und Mut, sondern durch List und Zwang eingefangen und auf einen verschmutzten Thron aus Ton aufrecht hinaufgesetzt».

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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