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Leserbrief

Das Geld geht nach Deutschland, der Lärm aber bleibt hier

Prof. René Pawlitzek,Dipl.-Informatik Ing. ETH,Oberau 1, Balzers | 3. Januar 2019

Im «Liechtensteiner Vaterland» war am 23. Dezember 2018 zu lesen, dass eine Rega-Gönnerschaft keine Versicherung ist. Es wurde der Fall einer Aargauer Familie mit Rega-Mitgliedschaft beschrieben, die beim Rettungstransport durch die private AAA Alpine Air Ambulance auf einem Teil der Transportkosten sitzen blieb. Interessanterweise gehört die AAA Alpine Air Ambulance zur AP3-Flugrettung, die derzeit in Balzers einen 24-h-Rettungsdienst betreibt. AP3 ist ein Zusammenschluss der deutschen DRF Luftrettung, der österreichischen ARA Flugrettung und der Schweizer Alpine Air Ambulance AG (AAA) mit Sitz in Filderstadt, Deutschland. Die Eintragung der GmbH erfolgte 2017 beim Handelsregister Stuttgart.
Die AP3 ist also ein privates Unternehmen und hat das Ziel – das darf hier unterstellt werden – Gewinn zu machen, so wie jedes andere Unternehmen. Das Geld geht also nach Deutschland, die Patienten kommen in die Schweiz und der Lärm bleibt in Liechtenstein.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Gewinnmaximierung nicht zu Lasten von geringer Wartung, geringem Training der Besatzung, durch den Einsatz von altem Flugmaterial oder die Abwälzung der Transportkosten auf die Verunfallten erzielt wird. Weil ausschliesslich die Kostenseite beeinflussbar ist, darf Rettung kein Geschäft sein und nicht in die Hände eines privaten Unternehmens gelangen.
Die Rega (Rufnummer 1414) hingegen ist eine gemeinnützige Stiftung. Sie lebt von ihren Gönnerbeiträgen und muss keinen Gewinn erwirtschaften. Schade nur, dass Verunfallte bei der Alarmierung nicht zwischen den beiden Rettungsdiensten wählen können, da stets der Rettungshelikopter aufgeboten wird, der dem Unfallort am nächsten ist. Somit wird ein langjähriger, perfekt funktionierender, spendenbasierter und gemeinnütziger Rettungsdienst durch eine private, gewinnorientierte Rettungsfirma konkurrenziert, mit der Folge, dass Verunfallte möglicherweise auf ihren Transportkosten liegen bleiben.

Prof. René Pawlitzek,
Dipl.-Informatik Ing. ETH,
Oberau 1, Balzers

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