Leserbrief

Wer ist der Lobbyist im Land?

Brunhilde Beck,Schalunstrasse 15, Vaduz | 22. November 2014

Laut den liechtensteinischen Medien wirft der Gesundheitsminister der Ärztekammer Lobbyismus vor, watscht dabei gleich auch noch verdiente Vereine wie den Seniorenbund und die Liechtensteiner Patientenorganisation ab und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit unserem Landtag. Warum dies alles? Weil Seniorenbund und Patientenorganisation im Sinne der Patienten, Versicherten und Senioren (vor allem der Otto-Normalverbraucher unter ihnen) es gewagt haben, die KVG-Revision zu kritisieren.
Nach jahrelanger Hetzjagd auf die gesamte Ärzteschaft wegen angeblich zu hohem Tarif stellt sich heraus, dass dieser nicht höher als der in St. Gallen ist. Aber Hauptsache, die Politik hat erfolgreich den ältesten Liechtensteiner, den Neid, bedient und gleich die ganze Ärzteschaft als Abzocker, Schwarze Schafe oder neuerdings – auf Neu-Hochdeutsch – als Power-Seller diffamiert. Solche wird es wohl, wie überall, auch unter den Ärzten geben (vielleicht auch unter Politikern, auch wenn es nur um Parkplätze geht).
Für die Rechnungskontrolle der Ärzte sind per Gesetz schon bisher die Kassen verantwortlich. Frühere Landtage haben das vernünftigerweise so festgelegt und nicht etwa sich selbst oder die Regierung damit beauftragt. Spätestens mit dem neuen Tarif, bei welchem im Gegensatz zum alten Tarif wieder klar definiert ist, was unter jeder Position abzurechnen ist und was eben nicht, sollte dies auch problemlos möglich sein.
Ich stelle fest, dass der Staatsbeitrag an die OKP um 24 Mio. Franken gekürzt wurde. Das ist der wahre Grund für die massiven Prämien- und die geplanten Franchisenerhöhungen.
Diese Einsparungen zugunsten des Staatshaushaltes wären nicht nötig, wenn Landtag und Regierung den Mut hätten, neben uns kleinen Steuerzahlern auch Banken und Industrie wieder in die Riege der Steuerzahler einzugliedern. Damit dürfte die Frage nach den Lobbyisten beantwortet sein.

Brunhilde Beck,
Schalunstrasse 15, Vaduz

«Zukunft.li»

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