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Leserbrief

Wir leben im Puff

Jo. Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 21. November 2014

Gerne erinnern wir uns der Marke Aubergine, der Kuh Adelheit und manch anderen seltsamen System­ausfallserscheinungen. Gelernt haben wir dabei, dass das allermeiste, was die Lenker und Deuter dieses kleinen Landes in die Finger nehmen, in der Regel wie ein Frauenfurz an der Fasnacht einfach verpufft. Der Nachfolger der Aubergine ist ein fades Fähnchen im Winde geworden und jenes kümmert bedeutungslos vor sich hin. Dieses Fähnlein ist so langweilig, dass es nicht einmal bei starkem Föhn zu flattern vermag. Der Kuh Adelheit, die wenigstens noch halbwegs intelligent von den Plakatwänden herunterglotzte und welche die Säufer und Lumpen unter uns hätte belehren sollen, werden vom neuen Tierschutzgesetz grad auch noch die Hörner heruntergerissen und der Schwanz aufgebunden. Der einst angedachte Versicherungplatz, der Telefonieplatz, der CO2-Handelsplatz, der Hightechplatz Liechtenstein, bei allen hat es aus heiterem Himmel einfach Puff gemacht, noch bevor sie mit Pulver gefüllt werden konnten.
Möglich, dass auch den Ideen um die Krankenkasse ein Puff beschieden wird. Dabei wäre alles so einfach, mit dem schwedischen Modell. Laut jenem würde die Krankenkasse selber einige Ärzte fix im Monatslohn anstellen. Den Verkauf der Medikamente macht sie auch selber. Die dann überschaubaren Lohnkosten der Ärzte und die Gewinne aus den Medikamenten würden die Versicherungsprämien drastisch nach unten fallen lassen. Wir könnten wieder leben und gesunden. Wenn nur diese neue, saublöde Statistik nicht wäre, die uns die absolute und nicht mehr übertreffbare Gesundheit attestiert. Nur beim Sport wäre noch Luft nach oben. Was bedeuten würde: Noch mehr herumrennen und den ohnehin geschundenen Rheindamm, unser einziges Sportareal, mit Sportgeräten aller Art, noch ganz abwetzen und niedermachen.
Bei genauer Betrachtung aber stellt sich heraus, dass auch diese Statistik, die uns als munteres gesundes Völkchen hermacht, im Grund auch ein gehöriges Puff ist. Vergeblich suchen wir darin die Ursachenforschung dafür, wem wir unsere roten Bäckchen und die gut durchbluteten Ohren zu verdanken haben. Kenner des Landes wissen jedoch, dass der Grund dafür die gesunde Ernährung mit Riebel, Kratzete und Holdermus war, welche über Generationen für starke, vor Kraft strotzende Gene sorgte. Was bedeutet: Fänden wir zur urliechtensteinischen Kraftnahrung, nämlich dreimal täglich Riebel mit Holdermus zurück, könnte unser Gesundheitsminister, der Mauro, noch besser schlafen wie bisher.

Jo. Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

«Zukunft.li»

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