Leserbrief

Sozialer Raubbau

Jonas Ospelt,Hintergass 11, Vaduz | 6. November 2014

Das Ministerium für Gesellschaft spart. Es spart beim Landesbeitrag für das HPZ in Schaan, bei den Alten, bei den Kranken – kurz: bei den Schwächsten der Gesellschaft. Die Löhne unserer behinderten Mitmenschen sollen um 10 Prozent gekürzt werden, dafür wird der Selbstbehalt auf Arztrechnungen um 10 Prozent auf 20 Prozent angehoben und die Mindestfranchise erhöht. Ausserdem ist geplant, die Kassenverträge der Ärzte auf höchstens 4 Jahre zu begrenzen, um damit sozusagen heimlich durch die Hintertüre eine staatlich gesteuerte Billigmedizin einzuführen, denn einen anderen vernünftigen Grund gibt es für diese Massnahme nicht. Ich frage Sie, Herr Gesellschaftsminister: wozu das alles? Wollen Sie eine Gemeinschaft der Starken bilden? Wollen Sie alle, die bedürftig, schwach, behindert sind ins Abseits stellen? Wollen Sie eine Medizin nach Gutdünken der Kassen oder nach dem Modell einer staatlichen Planwirtschaft, in dem der Arzt nicht mehr tun kann, was für den Patienten gut und richtig ist, sondern zu tun hat, was ihm der Versicherer oder das Ministerium vorschreibt, da er sonst Gefahr läuft, den Vertrag zu verlieren? Falls Sie das wirklich wollen, müssen Sie den eingeschlagenen Kurs natürlich weiter verfolgen, auf Kosten der Bevölkerung und Ihrer Wähler. Vielleicht wäre es aber besser, sich noch einmal grundsätzliche Gedanken über die politische Stossrichtung der Zukunft zu machen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir in einem Tripe-A-Land leben und uns immer noch einen sehr teuren Staatsapparat leisten.

Jonas Ospelt,
Hintergass 11, Vaduz

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