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Leserbrief

Kunst erreicht ihr Ziel, wenn ...

Alexandra Marion Schädler,Gewerbeweg 3, Vaduz | 6. November 2014

.... man über das spricht, was geschaffen wurde.

Immer wieder stellen sich Besucher einer Kunstausstellung die Frage «Ist das Kunst?». Gibt es dazu eine Antwort? Wer sich mit Kunst auseinandersetzt, dem öffnen sich neue Horizonte. Für mich persönlich muss Kunst etwas im Inneren des Betrachters auslösen. Kunst soll verschiedene Denkweisen und Ansichten öffnen und Emotionen ermöglichen. Ein Künstler, der ein Werk erschafft, bringt all seine Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Liebe in sein erschaffenes Kunstwerk hinein – und so beginnt es zu leben. Der Künstler setzt sich also nicht nur mit dem Material, sondern mit sich selber und seiner Umwelt auseinander. Ein Künstler und sein Werk setzen Zeichen.
Betrachtet man jetzt die zwei Sphingen von Liliane Hasler, sieht man im schnellen Blick nur zwei Sphingen aus Holz, welche in ihrer Nacktheit provokativ vor dem Betrachter stehen. So also geschieht dies offensichtlich beim schnellen Betrachten dieser zwei stolzen Kunstwerke. Setzt man sich hingegen mit der Arbeit, den Gedanken und den Gefühlen der Künstlerin Lilian Hasler auseinander, so versteht man die Zusammenhänge der Werke mit der Umwelt. Sie zeigt ihre Menschen in Form der Sphingen in den unterschiedlichsten Geschlechtern. Rosa für die Frau, blau für den Mann. Blau steht in der Literatur für Ferne, Sehnsucht und Klarheit und Rosa wirkt sanft und weich, weshalb es mit Weiblichkeit, aber auch mit Homosexualität assoziiert wird. Beide Figuren stehen da, blicken ihr Gegenüber an und kommunizieren.
Ist es ein Signal der Werke, uns mitteilen zu wollen, dass wir wieder mehr mit dem Gegenüber kommunizieren sollten – auch über unangenehme Themen der Gesellschaft? Wie steht es mit der Gleichberechtigung, Geschlechtlichkeit und Genderaspekten im gesellschaftlichen Kontext?
Aus meiner Sichtweise kann ich der Künstlerin nur gratulieren und mitteilen, dass sie in ihren beiden Werken das geschafft hat, was Kunst soll: nämlich «Horizonte öffnen»! So zitiere ich zum Schluss Daniel Kramer (Kunstvermittler in der Fondation Beyeler), welcher sagt: «Kunst muss etwas im Betrachter auslösen, mögen muss man sie aber nicht.»
Ich wünsche Lilian Hasler weiterhin ganz viel Mut zur Kreativität. Kompliment!

Alexandra Marion Schädler,
Gewerbeweg 3, Vaduz

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