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Leserbrief

Zahlengläubigkeit!

Georg Schierscher,in der Fina 15, Schaan | 11. Dezember 2013

Hinter PISA steckt die Meinung, Schule sei ein Betrieb und Bildung ein Produkt. Begriffe wie Humankapital, Bildungsstandards und -wettbewerb (beide ein Widerspruch in sich) und output-gesteuerter Unterricht zeugen davon. Diese Unwörter finden sich auch im Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag betreffend die Revision des Schulgesetzes von 2011: Der OECD-Ungeist ist leider auch bei uns eingezogen! Man glaubt den Zahlen der PISA-Weltrangliste bis in die Nachkommastelle, ohne zu bedenken, was an schulischer Qualität denn mit den Ziffern vor dem Komma in Quantität aufgelöst wurde.
Guter Mathematikunterricht beispielsweise hat mit guten Aufgaben zu tun, über die Schüler ein gutes Bild vom Fach und seiner Geschichte erhalten. Sie setzen Lernen in Gang, Fachdialoge, motivieren zu Selbsttätigkeit, lassen intelligente Fehlschritte zu, zeigen Lernerfolge und Defizite an. Entgegen dieser Vielfalt sind Testaufgaben (speziell jene von PISA) einsilbig; sie sind blosse Messinstrumente und lassen nur richtig oder falsch zu, um Lösungen möglichst – wie bei Fahrprüfungen – im Multiple-Choice-Verfahren zu erhalten. Denkansätze des Prüflings bleiben unberücksichtigt.
Das Bedenklichste am Ganzen ist der Umstand, dass PISA massgebend in falscher Richtung in die Schulen eingreift und Bildung so hindert, statt fördert. In den umgebenden Ländern und nun auch bei der Verantwortlichen unseres Bildungsressorts regt sich hoffnungsvoller Widerstand gegen solche Verzweckung von Schülern, Fächern und Schule.

Georg Schierscher,
in der Fina 15, Schaan

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