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Leserbrief

Vom «Blick» und dem Jünger Jesu

Michael Sturzenegger,Im Zagalzel, Schaan | 23. August 2017

Medienkompetenz

Sehr geehrter Herr Kieber, ich war erstaunt über Ihren Gastkommentar bezüglich des «Blick»-Artikels. Ihr kindlicher Haudrauf-Kommentar, welcher von fehlender medialer Erziehung nur strozt und mich an ein Weitpinkeln von Kleinkindern erinnert, liess mich innerlich erschaudern. Anstelle einer kritischen Auseinandersetzung wird mit den gleichen Trivialargumenten zurückgeschossen und ganz im Sinne der Boulevardpresse mit einem Aufmerksamkeit heischenden Erguss geantwortet. Dabei hätten diese 15 Punkte genügend Munition geliefert, um den Artikel gekonnt zu versenken und die Zeitung selbst in ihrer allgemeinen Glaubwürdigkeit zu treffen. Wobei hier natürlich auch Punkte bestehen, die einen wahren Kern besitzen. Zum Beispiel Punkt vier beinhaltet sehr viel Wahrheit und ist durch eine demokratische Volksabstimmung entstanden. Das Liechtensteiner Volk hatte dem Fürstenhaus das Veto zugestanden und sich, bei scharfer Betrachtung, politisch entmachtet und eine Abstimmung zur reinen Umfrage degradiert. Auch dies ist überspitzt ausgedrückt und wird sehr viele Liechtensteiner in Rage versetzen, aber ist nun mal Realität. Dieser Zustand ist jedoch das Resultat einer gelebten Demokratie in Liechtenstein. Was ich hiermit sagen möchte, es gibt nicht nur Schwarz oder Weiss, sondern das Leben besteht aus Grautönen. Die Belehrung über den Umgang mit Medien und somit die Absprache der geistigen Fähigkeit der eigenen Meinungsbildung empfand ich mehr als stossend. Des Weiteren finde ich im höchsten Masse niveaulos, dass sie hier mit schwerem Gerät den Graben zwischen der Schweiz und Liechtenstein künstlich, wenn nicht sogar gezielt, vertiefen und so eine kollektive Opferrolle schaffen wollen. Klar hat dies den Vorteil, dass man sich keine kritischen Gedanken über sich selbst machen muss, sondern sich einfach nur von missgünstigen Neidern umringt sehen kann. Wünschenswert wären Artikel, die wirklich über Inhalt verfügen und den Leser auch als mündige Bürger behandeln. Das Feld ist weit, so gäben die Themen über das Pensionskassen-, Post- und/oder Telefondebakel, nur um einige zu nennen, doch sehr interessante Kommentare ab und würden einer kritischen Auseinadersetzung und Bewältigung zuträglich sein. Für den Leser wäre bestimmt ein Blick hinter die Kulissen sehr interessant und informativ. Zumal Sie in Ihrer Funktion und Ihrem Beziehungsnetzwerk doch aus dem Vollen schöpfen und auch Licht ins Dunkel bringen könnten. Aber hierfür braucht es Mut und einen Schuss investigativen Journalismus. Für mich stellt sich nun die Frage, ob Sie diese Attribute auch haben?


Michael Sturzenegger,
Im Zagalzel, Schaan

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