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Leserbrief

Hat der liebe Gott so viele Fehler gemacht?

Ursula Oehry-Walther,Auf der Egerta 27, Planken | 17. August 2017

Gleichberechtigung

«Against nature? Wider die Natur?» ist eine Ausstellung über das homosexuelle Verhalten von Tieren, die im Naturhistorisk Museum der Universität Oslo, Norwegen, gezeigt wurde. Gegenstand der Ausstellung ist das Auftreten und die Funktion der Homosexualität unter Tieren. Laut der Ausstellung im Jahre 2006 wurde homosexuelles Verhalten bei Tieren vereinzelt sogar bei circa 1500 Arten beobachtet. Wer bin ich, zu behaupten, dass der liebe Gott dermassen viele Fehler gemacht hätte? Tatsächlich ist es so, dass offensichtlich homosexuelle Individuen von allen traditionellen domestizierten Tierarten bekannt sind, von Schafen über Rinder und Pferde sowie von Katzen, Hunden und Wellensittichen. Im Februar 2004 berichtete die «New York Times», dass Roy und Silo, ein männliches Zügelpinguin-Paar im Central Park Zoo in New York City erfolgreich ein weibliches Küken aus einem befruchteten und ihnen überlassenem Ei ausgebrütet und aufgezogen haben. Auch von anderen Pinguinen im New Yorker Zoo wurde berichtet, dass sie gleichgeschlechtliche Paare bilden. Stockenten, Tümmler Delfine, Bonobos, Japanmakaken, Iltisse, männliche Afrikanische Elefanten, Asiatische Elefanten, Giraffen, Löwen, Tüpfelhyänen, … 8 bis 10 Prozent der Schafböcke sind ausschliesslich homosexuell. Als eine der Zielsetzungen der Ausstellung in Oslo, die auch nach Liechtenstein geholt werden könnte, beschreibt das Museum «dabei zu helfen, die Homosexualität in der Bevölkerung zu entmystifizieren (…). Wir hoffen, das nur allzu bekannte Argument, Homosexualität sei ein Verbrechen wider die Natur, zurückweisen zu können.» Die Ausstellung wurde vom Norwegischen Staatlichen Zentrum für Archive, Bibliotheken und Museen (ABM) als Teil ihres Break-Programms initiiert. Das Programm soll Museen, Bibliotheken und Archive dazu ermutigen, in umstrittenen und tabuisierten Bereichen zu forschen und auszustellen. Diese Ausstellung war eine direkte Reaktion auf diese Aufforderung und wurde von der ABM finanziell unterstützt.

Ursula Oehry-Walther,
Auf der Egerta 27, Planken

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