Leserbrief

Demokratie und Frauen

Verein Hoi Quote | 8. August 2017

Quoten-Diskussion

Ist es demokratisch, wenn Regierungsmitglieder unter anderem wegen ihres Wohnortes ausgewählt werden? Und zweifelt jemand an der Kompetenz der Regierungsräte, weil sie aus dem Ober- oder Unterland stammen?
Ist es demokratisch, wenn kleine Parteien Einsitz im Landtag haben gemäss den Regeln der Proporzwahl? Und zweifelt jemand an der Kompetenz der Landtagsabgeordneten, weil sie unterschiedlich viele Stimmen erhalten hatten?
All diese Dinge sind nicht undemokratisch, sondern Teil unserer gelebten Demokratie.
Genau so ist auch eine Geschlechterquote demokratisch, wenn man übereinkommt, dass eine angemessene Vertretung beider Geschlechter notwendig ist. In unseren Augen ist es das.
Übrigens, Herr Regierungschef Hasler: Was Sie beschreiben – dass die Parteien sich verpflichten, einen gewissen Prozentsatz an Frauen auf die Wahllisten zu setzen –, ist ebenfalls eine Quote, und zwar eine Listenquote. Eine Listenquote ist in unserem Wahlsystem nicht zielführend, da die Frauen genauso schnell von den Listen gestrichen werden wie bisher. Nur muss der geneigte Streicher etwas mehr Kuli verbrauchen. Die von den Parteien angefragte Frau hat das schon bemerkt und es ändert sich dadurch also gar nichts an ihrer Motivation und Freude, in einen Wahlkampf zu ziehen. Sie hat nämlich weiterhin eine dreimal kleinere Wahlchance als ihre männlichen Mitbewerber.
Wir sind deshalb und aus vielen anderen Gründen gegen zahnlose Tiger und für eine Quotenregelung, die «verhebt».

Verein Hoi Quote

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