Leserbrief

Regierung freut sich! Sparwille?

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 29. Januar 2016

Legalinspektionen

Nun konnte für den Bereich der Legalinspektion eine Lösung gefunden werden. Bei der Legalinspektion (Leichenbeschau bei aussergewöhnlichen Todesfällen) handelt es sich nicht um eine medizinische Notfallbehandlung. Sie muss aber nach den Vorgaben der Strafprozessordnung durch einen, nötigenfalls zwei Ärzte durchgeführt werden. Da eine rasche Verfügbarkeit vor Ort erwartet wird, es sich jedoch nur um wenige Fälle pro Jahr handelt, lohnt es sich nicht, für diesen Aufgabenbereich in Liechtenstein eigene organisatorische Voraussetzungen zu schaffen. Erfreulicherweise konnte mit der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SR RWS) ein kompetenter Partner gefunden werden, der die Anforderungen der Landespolizei voll und ganz erfüllen kann. Ab Anfang 2016 werden Legalinspektionen durch die am Spitalstandort Grabs stationierten Notärzte durchgeführt. Eine entsprechende Leistungsvereinbarung wurde zwischen der Liechtensteinischen Landespolizei und der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland abgeschlossen. Regierungsrat Mauro Pedrazzini zeigt sich erfreut über die Vereinbarung: «Wir sind sehr froh, dass durch das Entgegenkommen auf St. Galler Seite, insbesondere auch durch die Unterstützung von Regierungsrätin Heidi Hanselmann als auch seitens der Verantwortlichen der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland diese Lösung gefunden werden konnte.» (Presseportal)
Dabei stellen sich mir zwei Fragen: Warum können die Notärzte des Landesspitals dies nicht übernehmen bzw. die Amtsärztinnen des Landes? Dazu braucht es keine «Neuerfindung einer Organisation», es ist ja alles vor Ort.
Diese Aktion der Regierung wird wahrscheinlich nicht preiswert ausfallen. Wo bleibt der überall geforderte Sparwille des Volkes?
Sowohl Spital- wie Amtsärztinnen sind im eigenen Land vorhanden. Sind Amtsärzte hier so überlastet?
Unter Legalinspektion versteht man explizit eine von einem Amtsarzt durchgeführte Leichenschau bei aus­sergewöhnlichen Todesfällen (SGRM). Solche Fälle kommen hier zu Lande pro Jahr vielleicht zwei, drei Mal vor. Oder es drängt sich noch eine dritte Frage auf: Wollten unsere Amtsärztinnen diese zweifellos heftige und psychisch belastende ärztliche Aufgabe lieber in die Schweiz delegieren?

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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