Leserbrief

Nationalität der Einbrecher!

Ulrich Hoch,Grüschaweg 11, Triesenberg | 30. Dezember 2017

Eine Unterstellung hält sich nicht an Fakten, Herr List. Fakt ist, in Zürich soll die Herkunft von mutmasslichen Tätern keine Erwähnung mehr finden. Der Zürcher Gemeinderat hat ein entsprechendes Postulat im August dieses Jahres an den Stadtrat überwiesen. Eine links-grüne Mehrheit aus SP, GLP, Grünen und AL stimmten der Forderung mit 72 Ja zu 46 Nein zu. Linke Politiker hoffen, dass das Zürcher Model Schule macht: «Die Regelung müsste in der ganzen Schweiz gelten. Meine Partei wird Vorstösse in den Kantonen prüfen», sagte etwa Grünen-Nationalrätin Liza Mazzone. Der Versuch aus der linken «Giftküche», Nationalitäten zu verheimlichen, ist verdächtig – man will etwas unter dem Deckel halten. Bei uns stimmte der Landtag keiner Weisung zu, Täter mit ihrer Herkunft nicht mehr zu benennen. Es bleibt zu hoffen, dass hier im Ländle keine Beamtenwillkür Unterstützung findet, mit der man versucht, den mündigen Bürger zu entmündigen. Ich glaube nicht, dass irgendein Polizeibeamter hier bestimmen muss, was denn nützlich für uns Bürger ist. Laut Martin Stoll, Geschäftsführer des von Medienschaffenden getragenen Vereins Öffentlichkeitsgesetz.ch, ist die Nichtnennung der Nationalität mit dem Öffentlichkeitsprinzip nicht vereinbar. «Nationalitäten sind durchaus relevante Informationen. Wenn eine Medienstelle in der aktiven Kommunikation darauf verzichtet, hat dies politische Gründe.» Klar sei, dass die Polizei die Nationalität auf Anfrage kommunizieren müsse: «Nationalitäten von Opfern und Tätern sind in internen Dokumenten der Polizei vermerkt. Es gibt aber kaum rechtliche Gründe für die Unterschlagung dieser Information. Es ist doch bemerkenswert, wie offen kommuniziert wird, wenn irgendein FL-Treuhänder verhaftet wird. Es wird sein Wohnort, seine Berufslaufbahn, sein Arbeitgeber so lange veröffentlicht, bis dann wirklich jeder weiss, um wen es sich handelt. Wenn es ein Bürger in den Gerichtssaal schafft, dann ergötzen sich die Medien seitenlang an der unbequemen Lage des Angeklagten. Wo bleibt hier der Täterschutz oder geht es um was ganz anderes? Das Thema Kommunikation und Transparenz, ein Thema, mit dem sich auch der Landtag einmal beschäftigen sollte. Transparenz, nur wenn es einem behagt, schürt Unbehagen und hilft, am Ende Vorurteile zu schaffen, anstatt sie zu verhindern.»

Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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