Leserbrief

Wo auch ohne Hängebrücke der Wildbach rauscht und Ziegelstein und Eisen bricht

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, BendernWeitere Leserbriefe: Seite 5 | 28. Dezember 2017

Es braucht schon ein Quäntchen blinden Optimismus und ein gerüttelt Mass an Realitätsverweigerung, den Scherbenhaufen, den unsere Politik im 17er-Jahr angerichtet hat, zu übersehen. Das Gesundheitswesen ein Dilemma, dass es dem Teufel graust und die Arzt-Mensch-Beziehung auf jenen Tiefstand fegte, der imstande ist, bei Beerdigungen die Freude der Trauer voranzustellen. Larifarismus zu 300 Jahre «Wir wackeren Liechtensteiner» über einem Tobel nachhaltig verpufft. Die Beziehungen zu unseren treuen Nachbarn Schweiz ein Desaster, das nicht einmal Stan Laurel und Oliver Hardy hätten besser meistern können. Dafür ist das Geschmuse nach Bruxelles dermassen abgegeifert, dass man sich sogar dort schon unwohl fühlt, wenn unsere Delegationen eintrudeln. Die Einstellungspraxis für frische staatliche Lohneinheimser jedes Mal ein dunkler Wald, aus dem sogar Hänsel und Gretel nie mehr herausfänden.
Und ob das alles nicht schon genug wäre, bricht auch noch der Lehmziegelhaufen auseinander. Dessen verklemmte Eingangstür; ein Omen, sich an die Zuversicht des Fürsten zu wenden, um immer wieder neue Morgenröte für dieses Land zu se-hen und nicht innerlich zu vergraumen. Bleibt das Trostpflaster, dass sich die Spitzenbeamten mit einem Lohn von 180 000 Franken für ihre «Leistungen» eine Erhöhung von 2,2 Millionen pro Jahr gönnen, davon dem kleinen Landesangestellten gnädig gerade noch läppische 79 Stutz pro Monat übrig lassen, wofür er sich zeitlebens zu verbeugen hat.
Dabei ist die Tür zur Hölle noch nicht einmal geöffnet. Gleich hinter sie haben sich äusserst renitente Gladiatorinnen gestellt, die quotengeil ums Verrecken dabei sein wollen, wenn an diesem Staat herumgeschustert wird. Quotengegner dürfen sich schon jetzt als moralisch verwerflich und frauenfeindlich betrachten. Wenn bald die Pendlerkolonnen mit einer läppischen Ampel auf der Vaduzner Brücke getaktet auf die überfüllte Autobahn dürfen, ist das so, wie wenn man einem Blinden an Ostern die neuen Glasaugen mitsamt dem Körbchen versteckt. Bald werden auch von betuchten Klimaromantikern bezahlte Funktionäre des Liechtenstein-Instituts den dummen Bauern und Bürgergenossen beibringen, dass ihre raren Böden bald den Rhein hinunterschwimmen. Und dann noch genderhysterisch in die Alltagsköpfe hämmern, dass schwule Väter die weltbesten Mütter sind und wer sich darüber eine Meinung erlaubt, sofort per S-Bahn ins Gefängnis Hollabrunn deportiert wird.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern
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