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Leserbrief

Cannabis- Medikament

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 27. Juni 2017

#legaliseit

In Bezug auf den Artikel im «Volksblatt» sollte man, wenn man schon über ein Medikament einen Artikel schreibt, etwas mehr Aufklärung darüber erwarten.
1. Das weltweit bisher einzige Dronabinol-Fertigpräparat ist das in den USA hergestellte und dort zugelassene «Marinol». Es wird geliefert als weiche runde Gelatinekapsel, die 2,5 mg, 5 mg oder 10 mg synthetisch hergestelltes Dronabinol, gelöst in Sesamöl, enthält.
2. Die therapeutische Verwendung von «Marinol» ist in den USA auf zwei Indikationen beschränkt: Appetitlosigkeit bei Gewichtsverlust von Aids-Patienten sowie Übelkeit und Erbrechen bei Krebs-Chemotherapie. Das deutsche Gesetz, zum Beispiel, sieht eine derartige Beschränkung nicht vor.
3. Ein Milligramm «Marinol» kostet je nach Packungsgrösse etwa 3 bis 5 Euro. Das ist etwa 50 Mal teurer als das THC in natürlichen Cannabisprodukten wie Marihuana oder Haschisch. Der Apothekenabgabepreis für 60 Kapseln zu 2,5 mg (= 150 mg) beträgt bei Bezug über Chilla Pharma 534 Euro. 25 Kapseln zu 5 mg (= 125 mg) kosten 450 Euro, und 60 Kapseln zu 10 mg (= 600 mg) kosten 1681 Euro. Dronabinol von THC Pharm beziehungsweise Delta 9 Pharma kostet weniger als ein Drittel des Preises von «Marinol». 500 mg Dronabinol kosten den Apotheker 210 Euro und den Patienten etwa 465 Euro.
2014 wurde ich mit einem Gewicht von 68 Kilogramm und der Diagnose Zungengrundtumor ins Spital eingewiesen. Nach 7 Hammer-Chemos und 37 Hardcore-Bestrahlungen, entfernten Lymphknotensträngen rechts und links am Hals, einem kaputten Stimmband (durch Bestrahlung) mit circa 45 Kilogramm als vorläufig geheilt entlassen. Ich wurde mit Fresubin-Nahrungsergänzung sowohl im Spital als auch danach versorgt, dessen Kosten die Krankenkasse übernahm. Nachdem ich mich bei meinem Hausarzt über «Dranabiol» erkundigte, er mir das Bewilligungsverfahren und die daraus resultierenden Medi-Kosten erklärte, welche ich privat zu zahlen hätte, fand ich keine Worte mehr.
Hanf wächst in der Natur. Könnte von jedem angepflanzt werden, wenn der Gesetzgeber dieses bedürftigen Kranken unter Kontrolle erlauben würde. Wann steht der Gesetzgeber endlich zur Natur? Oder ist der Druck der Pharma-Industrie so gross? In Kalifornien funktioniert es, aber ist leider nicht in der Schweiz. Ich glaube, viele Patienten sind auf eine plausible Erklärung gespannt, denn für ein Mittel der Natur benötige ich keine Pharma und kein teures Extrakt, denn die Pflanze bietet alles, was ich zur Gesundung ohne Nebenwirkungen benötige.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

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