Leserbrief

So manches in Editorial vermischt

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 28. November 2017

Bahnverkehr

Michael Winkler von der «Liewo» schreibt in seinem letzten Editorial, dass vom Ausbau der SBB-Rheintalstrecke zur Doppelspur auch Liechtenstein profitieren kann. Winkler schreibt, dass derzeit die Reisezeit von St. Gallen nach Berlin rund 10 Stunden beträgt und nachher nur noch 6 Stunden und 35 Minuten. Der Ausbau der Rheintalstrecke hat aber nichts mit Fahrtzeitverkürzungen im Fernverkehr von St. Gallen nach Berlin zu tun. Nach dem Ausbau der Rheintalstrecke können einfach nur mehr Züge und zwar im Halbstundentakt in beiden Richtungen zwischen St. Gallen und Sargans verkehren. Da vermischt Winkler in seinem Editorial manches, was nicht zusammengehört. Dass eine Fahrzeitverkürzung von St. Gallen nach Berlin, auch von Chur nach Berlin wünschenswert ist, ist diskussionslos. Solches ist aber praktisch nur erreichbar, wenn direkte Schnellzüge zwischen Berlin und St. Gallen, gar Chur, verkehren.
Ein Ausbau der einspurigen ÖBB-Strecke von St. Margrethen über Bregenz nach Lindau zur Doppelspur würde zusätzlich manches verbessern. Bei der ÖBB ist ein solcher Doppelspurausbau derzeit nicht geplant. Es geht bei dieser Diskussion auch um schnellere Verbindung vom Tourismuskanton Graubünden, den Metropolitanräumen Chur, Sargans, Buchs, Liechtenstein, Vorarlberg, etc. Richtung München. Ein Ausbau der bestehenden ÖBB-Verbindung von Feldkirch nach Buchs mit der geplanten «Pseudodoppelspur» – im Bereich Schaan und der bald sanierungsbedürftigen Eisenbahnbrücke über den Rhein würde würde die ÖBB-Strecke weiterhin einspurig bleiben – kann an Fahrzeitverkürzungen Richtung St. Gallen oder Bregenz, bzw. München-Berlin nichts beitragen. Da konstruiert Winkler Zusammenhänge, die nicht nachvollziehbar sind. Für wünschenswerte Schnellzüge von Chur nach München-Berlin liegen die Einfahrten der geplanten S-Bahn in die Bahnhöfe Buchs und Feldkirch total verkehrt in der Landschaft. Jeder Richtungswechsel in einem Bahnhof verlängert die Reisezeit nicht unwesentlich und ist für den Bahnbetrieb völlig unwirtschaftlich. Um Fahrzeitverkürzungen von Chur über Bregenz-Lindau nach München zu erreichen, müsste eine neue Streckenführung durch Liechtenstein Richtung Vorarlberg mit einer direkten Streckenführung zur Bahnstrecke Feldkirch-Bregenz angedacht werden. Dies wurde in verschiedenen Studien bereits niedergeschrieben. Die leidigen sechs Barrieren in Schaan wären dann auch eliminiert und Schaan könnte aufatmen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung