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Leserbrief

Landtag bewilligt zähneknirschend ...

Michael Sturzenegger,Im Zagalzel, Schaan | 17. November 2017

Kita-Finanzierung

Die Haushaltsdisziplin im Landtag zeigt immer neue seltsame, befremdende, genötigte und zynische Gesichter. Hach, es geht um läpische 300 000 «Fränkli», die man in der grössten Not und unter unwahrscheinlichem Zwang bewilligt hat. Geld, das für die neuen, zukünftigen Steuerzahler, die Zukunft des Landes investiert wird. Die Kinder von heute werden später auch einmal Gelder in die Pensionskasse einzahlen. Wieviel Geld wurde da einfach einmal so nonchalant aus dem Fenster geworfen? 250 Millionen Franken, und die Probleme wurden gelöst? Wurden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und belangt? Hat sich auf dieser Baustelle wirklich etwas substanziell geändert?
Betrachten wir unsere Kinder doch auch als soziale und geschäftstüchtige Menschen, die in Zukunft telefonieren und Pakete versenden werden. Stimmt, da wurden ja auch lächerliche 10 Millionen ohne Konsequenzen für die Post beschlossen und vor dem Landtag auf dem Parkplatz verbrannt. Verantwortung und Konsequenzen sucht man auch hier vergeblich.
Wieviele Millionen wurden in die Telekom gesteckt? Überhaupt sprechen wir immer nur von Millionenbeträgen, die in irgendwelche Miss-, Vettern- und Günstlingswirtschaften gesteckt wurden. Jedoch für eine Investition in die Zukunft des Landes sind schon 300 000 Franken zu viel. Wir sehen hier eine zynische, verlogene, scheinheilige und unmenschliche Politik vor uns, die bei den Kleinsten sparen will, aber die wirklichen Probleme mit eingezogenem Kopf ignoriert. Grundsätzlich müsste die Frage nicht lauten «Wie viel braucht ihr zum Überleben?», sondern «Wie viel braucht ihr, um eure Arbeit in Würde und Freude auszuüben?». Von dieser Seite gesehen wären sogar 1 300 000 Franken gut investiertes Geld.
Man kannn sich über die Sinnhaftigkeit von Kitas streiten, aber die Arbeit, die von den Leuten dort geleistet wird, beinhaltet mehr als die Inrechnungstellung eines hohen Stundensatzes und physische Anwesenheit. Diese Arbeit ist Knochenarbeit mit unseren Kindern und das zu einem verhältnismässig geringem Lohn. Dankbarkeit und Anerkennung für diese wertvolle und wichtige Arbeit, die für das Land und dessen Zukunft unbezahlbar ist, sieht anders aus.

Michael Sturzenegger,
Im Zagalzel, Schaan

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