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Leserbrief

Quoten für Neutrinos?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 17. November 2017

Quoten-Debatte

Eine riesengrosse Klappe und nichts dahinter. Oder ein grosses Maul zu haben, zu ahnen oder auch nur zu vermuten, erschreckt und läutert gleichermassen. Unangenehm aber für alle, die sich von weit aufgerissenen Mäulern in Acht zu nehmen haben. Der Zahnarzt sei hier nicht in Betracht gezogen. Wohl aber der kleine Mann. Vor allem dann, wenn das Grossmaul ­politischen Parteihintergrund hat.
Dass nun eine riesengrosse Klappe das Titelblatt des neuen «Weiss»-Heftchens ziert, muss aufgrund einer Verwechslung, einer geistigen Verdunkelung oder nach einem Traum übelster Sorte des Grafikers geschehen sein. Schon alleine darum, weil in dem riesengrossen Maul auch noch trotzig-protzig der Schrift­zug «Chancengleichheit» prangt, womit gleich die Frage gestattet sei: Müsste das nicht Ergebnisgleichheit heissen? Oder: Chancengleichheit für jene und jenen mit der grössten, weitaufgerissenen alles fressen wollenden Klappe?
Johann Wolfgang von Goethe sah die Sache so: «Nach jenem Durchgang hinzustreben, um dessen engen Mund die ganze Hölle flammt: Zu diesem Schritt sich heiter zu entschliessen, und wär es mit Gefahr, ins Nichts dahinzufliessen.» Tatsächlich erleben auch wir hier im Lande immer wieder, vor allem aber bei Landtagsrunden, dass jene Abgeordneten, die mit engem und gehaltvollem Munde sich zu Worte melden, diesen Staat am ehesten von Furunkeln befreien und ihm das Überleben sichern könnten.
Im «Weiss»-Blättchen selbst fliesst es dann auch flott und quotengeifernd dahin. Hin zur Quote aus allen erdenklichen Röhren und Röhrchen, obwohl längst jedem bewusst ist, dass die Frauenquote eigentlich nur dafür sorgen würde, dass Frauen nichts mehr können müssen. Das Geschlecht reicht als Zugang. Wobei es ja neuerdings verheissungsvoll steht rund um alle Geschlechter.
In Deutschland ist derweil ein Drittes, das aber gar keines mehr sein will, also ein Neutrino, aber mit Gleichstellungsansprüchen, dazugekommen. Dabei mag beruhigend sein, dass in der Wechselwirkung der Neutrinos mit Materie nur Prozesse mit schwacher Wirkungen stattfinden können. Es sein denn, man ändert das per Gesetz. Und wenn alle, die geschlechtlich anders als wie Adam und Eva orientiert oder gar gebaut sind, auch noch jeder für sich eine Quote wollen, dann wird es ohnehin ausgesprochen lustig. Irgendwann haben wir dann «eine Regierungschefiner» oder ähnliches.
Und just würde das von Goethe als Gefahr gesehene «Dahinfliessen ins Nichts» zum bitter realen Absurdum mit fröhlich komisch tragischem Ausgang.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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